ÖFB sucht nach einem Hickersberger-
Nachfolger: "Noch nie am Geld gescheitert"

"Teamchef kann unangenehmer Zeitgenosse sein" Generaldirektor Ludwig hält sich aus Suchspiel heraus

ÖFB sucht nach einem Hickersberger-
Nachfolger: "Noch nie am Geld gescheitert" © Bild: APA

Alfred Ludwig hat als Generalsekretär des Österreichischen Fußball-Bundes schon viele ÖFB-Teamchefs miterlebt und oft ein gewichtiges Wort mitgeredet, wenn es darum ging, einen neuen Mann zu finden. Aber diesmal hält sich der Wiener auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den nach dem EM-Aus unerwartet zurückgetretenen Josef Hickersberger auffallend heraus. "Das ist Aufgabe der Präsidenten Friedrich Stickler und Martin Pucher", so der Ex-Sportjournalist.

Dass der ÖFB- und der Bundesliga-Chef im Einvernehmen bis spätestens Ende Juli allein einen neuen Trainer gefunden haben müssen, hindert Ludwig aber nicht, seine persönlichen, grundsätzlichen Gedanken darüber kundzutun. "Seit ich im ÖFB bin, ist es noch nie am Geld gescheitert, der Verband kann immer eine Persönlichkeit zum Teamchef machen, die er will." Jeder habe die gleiche Chance, es müsse aber einer sein, der der Beste für den eingeschlagenen Weg sei. "Wir brauchen keine Senioren-Truppe mehr", meinte Ludwig.

"Stillstand ist Rückschritt"
Er bezeichnete die derzeitige ÖFB-Auswahl als Rohdiamanten, der so verfeinert werden müsse, um wieder eine WM-Qualifikation zu schaffen. "Es muss ein Teamchef sein, der sowohl ÖFB-intern als auch nach außen seinen Weg vertritt. Er kann auch ein unangenehmer Zeitgenosse sein, sonst ist in diesem Land nichts zu bewegen. Wir dürfen nicht auf Traditionen setzen. Stillstand ist Rückschritt", erklärte Ludwig, der gegen einen, ins Spiel gebrachten Teamchef-Kandidaten seine Vorbehalte hat.

"Solange die Transfer-Geschäfte mit Robert Hochstaffl nicht geklärt sind, ist es nicht ratsam, Kurt Jara zu nehmen." Ludwig, der seit April 1981 dem ÖFB angehört, zu nächst als Pressechef tätig war und ab Jänner 1986 mit kurzer Unterbrechung als Generalsekretär arbeitet, hat während des EM-Turniers mit vielen namhaften Experten wie Wenger, Venglos, Vogts etc., die alle der Technischen Kommission der UEFA angehören, gesprochen und viel Positives über das ÖFB-Nationalteam gehört.

"Uns wird Riesenpotenzial bescheinigt, nur müsse man daraus jetzt was wachen", lautete der internationale Tenor der Fachleute. Was fehle, seien nur ein "Knipser" (Torjäger) und eben ein neuer Teamchef mit Profil. Ludwig appellierte: "Den gemeinsam eingeschlagenen Weg der Jugend dürfen wir nicht verlassen, nur er führt zum Erfolg. Dabei müssen uns die Liga und die Vereine unterstützen. Lassen sie uns im Stich, sind sie für den Misserfolg mitverantwortlich."

(apa/red)

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