ÖFB-'Engländer' erlebten Odyssee: Terror-Gefahr ließ Pogatetz und Scharner zittern

'Kontrolleure haben sogar Kaugummi abgenommen' Böse Überraschung in Schwechat: Beide Koffer weg!

Wenn Einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. Davon können die englischen "Zwillinge" im 19-Mann-Kader für das Grazer Fußball-Länderspiel gegen Ungarn ein Lied singen. Emanuel Pogatetz (FC Middlesbrough) und Paul Scharner (Wigan Athletic) bekamen auf ihren Reisen die rigorosen Sicherheitsbestimmungen nach den Terrorwarnungen zu spüren. "Ich habe deshalb in Middlesbrough-Teeside meinen Flug nach London verpasst", erzählte Pogatetz.

Der Verteidiger war über 12 Stunden unterwegs gewesen. Statt über die englische Hauptstadt ging der Flug dann über Amsterdam nach Wien. "In Amsterdam musste ich meine Ellbogen einsetzen und mich vordrängen. Gott sei Dank hatte die Anschlussmaschine nach Wien auch Verspätung", schilderte Pogatetz seine Odyssee, die ein unangenehmes Ende fand. Bei der Ankunft war das Gepäck verschwunden.

"Kontrolleure haben sogar meinen Kaugummi abgenommen"
Auch das Handy war im Koffer, nur Reisepass und Geld hatte der Teamspieler in einem Plastiksackerl mit an Bord nehmen dürfen. Mit der gleichen "Ausrüstung" musste auch Kollege Scharner auskommen, dessen Anreise von Manchester und München nach Wien ohne Verzögerung vonstatten gegangen war. Aber die Kontrollen waren genauso streng wie bei Pogatetz. "Mir haben die Kontrolleure sogar einen Kaugummi, den ich in der Hosentasche hatte, abgenommen", erzählte Scharner.

Nach dem Länderspiel werden sie - was Kontrollen auf den Flughäfen betrifft - schon Routine haben. Diese werden sie auch am Wochenende benötigen, wenn der Anpfiff zur Premier League erfolgt. Boro startet gegen Reading ebenso mit einem Auswärtsspiel wie Wigan gegen Newcastle United. Da wie dort sollten die Österreicher in der Startelf stehen, Pogatetz in der halblinken Innenverteidigung, Scharner im zentralen Mittelfeld.

Scharners Wigan will im Oberhaus mitspielen
Letzterer hat in den vergangenen Wochen in Testspielen nach eigenen Angaben "400 Minuten" gespielt. Wigan, eine 80.000 Einwohner zählende Stadt zwischen Manchester und Liverpool, möchte sich in der zweiten Saison im Oberhaus etablieren. "Das zweite Jahr ist immer das schwierigere, dazu kommen die Erwartungen. Erstes Ziel sind 40 Punkte und der Klassenerhalt. Wenn wir das geschafft haben, ist nach oben alles offen", sagte Scharner, der vorige Saison mit dem Aufsteiger Zehnter war.

"Wir wollen in der ersten Tabellenhälfte landen", nannte Pogatetz das Ziel des unterlegenen UEFA-Cup-Finalisten Middlesbrough, der u.a. Stürmer Jimmy-Floyd Hasselbaink abgegeben und den Deutschen Robert Huth nicht unter Vertrag genommen hat, nachdem dieser einen medizinischen Test nicht bestanden hatte. Pogatetz war vorige Woche, als die Nordostengländer (in der Vorsaison Tabellen-14.) in den Niederlanden auf Trainingslager weilten, auch nicht fit gewesen, eine Wadenzerrung hatte ihn zum Pausieren gezwungen.

Für Thomas Prager geht`s bei Heerenveen los
Stichwort Niederlande: Auch dort beginnt am Wochenende wieder die Meisterschaft, für Thomas Prager geht es mit dem SC Heerenveen in Den Haag gegen ADO los. Der Blondschopf hatte alles Testspiele mit gemacht, darunter in der Vorwoche auch gegen Middlesbrough. "Ich habe beim 4:0 das zweite Tor gemacht", sagte der Neo-Teamspieler, der im Verein einen Stammplatz im zentralen, halblinken, Mittelfeld erkämpft hat, bescheiden.

Der Wiener, der gegen Kroatien in Wien (1:4) sein ÖFB-Teamdebüt gab, hat nicht nur fußballerisch, sondern auch körperlich zugelegt. "Ich bin klein, daher ist es wichtig, dass ich den Körper im Spiel auch einsetze. Ich habe vermehrtes Krafttraining absolviert und auch so manche Fleißaufgabe gemacht." Heuer landeten Heerenveen auf dem siebenten Tabellenplatz, "diesmal wollen wir unter die ersten Sechs kommen", meinte Prager.

(apa/red)