ÖFB-Cup von

Rapid empfängt Pasching

"Für den Verein ist das Spiel sehr wichtig", weiß Deni Alar. Nur Gastgeber unter Druck.

Deni Alar und Dominik Wydra jubeln im Spiel von Rapid gegen Wiener Neustadt © Bild: GEPA pictures/Hoermandinger

Auf den SK Rapid wartet im ÖFB-Cup eine denkbar unangenehme Aufgabe. Im Viertelfinale gastiert heute (18.00 Uhr/live ATV) der in der Regionalliga engagierte FC Pasching im Hanappi-Stadion. Als klarer Favorit können die Hütteldorfer gegen den Außenseiter praktisch nur verlieren. Die Oberösterreicher dürfen ein ungewohntes Gefühl auskosten: Erstmals seit langer Zeit geht der Drittligist ohne Druck in ein Spiel.

In der Regionalliga Mitte kämpft Pasching als Tabellenführer gegen den einen Punkt dahinter liegenden LASK verbissen um den Titel und die damit verbundene Chance auf den Aufstieg in die Erste Liga. Dank Geldern aus dem Red-Bull-Konzern setzt der Nachfolgeverein des ehemaligen Bundesligisten aus dem Linzer Umland auf einige Kicker mit Erfahrung in der höchsten Spielklasse.

Torjäger Nacho Casanova, Abwehrchef Davorin Kablar oder Torhüter Hans-Peter Berger waren für Ried bereits in der Bundesliga im Einsatz. Dazu kommen noch Spieler wie Thomas Krammer (Sturm Graz, Austria), Mark Prettenthaler (Sturm, Ried) oder Daniel Sobkova (Ried, LASK). Als Trainer sitzt Ex-Profi Gerald Baumgartner auf der Bank. Der langjährige Stürmer von Austria Salzburg sieht den Antritt in Wien als "Belohnungsspiel".

Pasching entspannt
"In der Meisterschaft haben wir eine Situation, in der wir fast jedes Spiel gewinnen müssen. In den Cup können wir sehr entspannt gehen", sagte Baumgartner. "Wie wissen, dass Rapid im Hanappi-Stadion eine große Nummer ist, aber wir wollen alles probieren. In einem Spiel kann immer etwas passieren, und wir werden sicher nicht in Ehrfurcht erstarren." Ins Viertelfinale kämpfte sich Pasching mit Heimsiegen gegen die drei Austrias aus Salzburg (2:1), Lustenau (3:2 n.V.) und Klagenfurt (2:1).

Rapid wurde beim 2:0 gegen Wiener Neustadt beobachtet. Da sah Baumgartner einen schwachen Gegner vor und einen verbesserten nach der Pause. "Man hat gemerkt, dass sie verunsichert waren. Aber nach dem ersten Tor hat man auch gesehen, welche Qualität in der Mannschaft steckt", betonte der 48-Jährige, der den zuletzt verletzten Prettenthaler wieder verfügbar hat. Casanova war angeschlagen, der Spanier will unbedingt spielen. Baumgartner will im Fall des Falls aber nichts riskieren: "Die Meisterschaft ist wichtiger als der Cup."

Rapid braucht den Cup
Peter Schöttel wird diese Meinung wohl nicht teilen. In der Liga ist den drittplatzierten Rapidlern das Trio Sturm Graz, WAC und Ried auf den Fersen, der Cup bietet eine zusätzliche Chance auf den internationalen Startplatz. Neben den Hütteldorfern sind auch die Wolfsberger und Rieder noch im Rennen um die Trophäe. "Im Cup geht es immer darum, weiterzukommen. Und das wollen wir mit einem Sieg natürlich schaffen", sagte Schöttel, der aber richtig erkannte: "Pasching hat nichts zu verlieren."

Die Trendwende in kleinen Schritten zu schaffen, ist das erklärte Ziel des 14-fachen Cupsiegers. Das erste Rapid-Erfolgserlebnis 2013 gegen Wr. Neustadt soll dies eingeleitet haben, ein Erfolg gegen Pasching würde vor dem anstehenden Auswärts-Derby gegen die Austria zusätzlich Selbstvertrauen bringen. "Wir müssen weiter gewinnen, dann wird die Situation auch besser werden. Für den Verein ist das Spiel sehr wichtig", meinte Stürmer Deni Alar.

"Wir brauchen nicht glauben, dass jetzt wieder alles super ist. Im Cup wollen wir unbedingt weiterkommen, das ist unsere Aufgabe", sagte auch Verteidiger Michael Schimpelsberger. Zuletzt gelang Rapid der Einzug ins Halbfinale 2011, ehe mit einem 1:2 in Ried Endstation war. Paschings Vorgängerverein erreichte 2000 und 2006 die Vorschlussrunde.


SK Rapid Wien – FC Pasching:
(18.00 Uhr/live ATV, Hanappi-Stadion, SR Kollegger).

Rapid: Novota - Schimpelsberger, Sonnleitner, Gerson, Katzer - Pichler, Wydra - Trimmel, Alar, Burgstaller - Boyd
Ersatz: Königshofer - Kulovits, Heikkinen, Prager, Schaub, Grozurek, Boskovic, Sabitzer
Es fehlen: Hofmann (Bänderriss im Knie), Schrammel (Zerrung)

Pasching: Berger - Kerschbaumer, Grasegger, Kablar, Prettenthaler - Perchtold, Krammer, Schobesberger, Sobkova, Kovacec - Casanova
Ersatz: Höfler - Gabriel, Riedl, Petrovic, Hinterberger, Hamdemir, Blutsch, Mössner
Es fehlen: Katnik (Sprunggelenksverletzung), Otubanjo (nach Grippe)

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