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ÖFB-Cup: Letzter Stopp vor Finale

Erstligisten als Hürden für Salzburg und Sturm - Folgt schon Europacup-Entscheidung?

Horn gegen Liefering © Bild: GEPA pictures/ Josef Bollwein

Red Bull Salzburg ist seit Sonntag im Besitz des Meistertellers. Als Krönung soll nun zum Abschied von Coach Roger Schmidt auch der Cupsieg und damit Double-Gewinn folgen. Vorletzte Hürde auf dem Weg dorthin ist im Halbfinale am Mittwoch (18.00 Uhr/live ATV) der SV Horn. Im zweiten Cup-Halbfinale empfängt St. Pölten (20.30 Uhr/live ORF eins) den SK Sturm. Beide Teams machen sich Hoffnungen, mit einem Sieg das Europa-League-Ticket zu lösen, vorausgesetzt Salzburg setzt sich wie erwartet gegen Horn durch.

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Horn-Salzburg

Den Ligatitel haben sich die Salzburger schon vor Wochen gesichert, am Sonntag wurden sie nun auch offiziell geehrt. "Wir haben gewusst, dass wir drei Tage später ein schwieriges Cupspiel haben, deshalb haben wir nicht zu ausschweifend gefeiert", betonte Schmidt. Für ihn selbst wäre ein weiterer Titelgewinn ein "fantastisches Ende", wechselt er doch nach Saisonende zu Bayer Leverkusen. Die Spieler wollen den Titel genauso. "Für uns ist der Cupsieg sehr wichtig, dann könnten wir zurückschauen und sagen, wir hatten eine Super-Saison", sagte Goalie Peter Gulacsi.

Vor der Meisterfeier gab es für die Salzburger mit einem 4:0-Heimsieg gegen Ried eine ideale Generalprobe für den Kampf um den Einzug ins Cup-Finale (18. Mai in Klagenfurt). "Das war wieder Red Bull Salzburg. Wir haben wieder unser wahres Gesicht gezeigt, unseren Fußball auf den Platz gebracht und das genau zum richtigen Zeitpunkt", freute sich Schmidt.

Roger Schmidt mit Jonatan Soriano und Meisterschale
© GEPA pictures/ Felix Roittner Am Sonntag gab es eine gedämpfte Feier

Top-Leistung wird benötigt

Ähnlich konzentriert und engagiert gelte es nun auch gegen den Underdog aus Niederösterreich aufzutreten. "Wir sind so selbstbewusst, dass wir sagen können, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist dort zu gewinnen, wenn wir eine Topleistung abrufen. Wir dürfen aber nichts dem Zufall überlassen, müssen von der ersten Sekunde an dokumentieren, dass wir das Spiel total ernst nehmen", gab Salzburgs Trainer die Marschroute vor.

Der Deutsche nahm den Gegner persönlich beim jüngsten Liga-Auftritt unter die Lupe und sah dabei am Freitag eine 1:4-Niederlage gegen die "Jungbullen" des FC Liefering, die Horns Serie von acht Spielen ohne Niederlage beendete. "Horn ist eine gute Erste-Liga-Mannschaft mit gefährlichen Spitzen. Wir werden dort nichts geschenkt bekommen", warnte Schmidt. Isaac Vorsah, Franz Schiemer, Rodnei und Dusan Svento sind weiter nicht einsatzfähig, Sadio Mane dürfte hingegen trotz einer Knieblessur spielen können.

Horn rechnet sich nichts aus

Bei den Hornern fallen nur die langzeitverletzten Hannes Eder und Dominik Baumgartner aus, Manuel Hartl ist am Knöchel angeschlagen. Die Kicker des Tabellensiebenten brennen auf das Spiel. "Wir rechnen uns gar nichts aus, sind demütig und froh, unter den letzten vier Mannschaften zu sein", sagte Horn-Trainer Willi Schuldes. Seine Truppe soll das Spiel gegen die mit Abstand stärkste Mannschaft der vergangenen Jahre in Österreich vor allem genießen. "Wir haben weniger Druck als in der Meisterschaft und können befreit aufspielen, weil sowieso jeder erwartet, dass wir verlieren", sagte Schuldes.

Ramalho-Elfmeter bei Salzburg gegen Lankowitz
© GEPA pictures/ David Rodriguez Anchuelo In Lankowitz musste Salzburg ins Elferschießen

Die Unterstützung des Publikums ist dem Außenseiter, der als Siebenter dem Klassenerhalt in der Erste Liga schon sehr nahe ist, jedenfalls sicher. Zwei Zusatztribünen wurden aufgestellt, damit werden rund 6.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion Platz nehmen. "Es hat schon wichtigere Spiele für den Verein gegeben, aber von der Dimension her ist es das bedeutendste in der Vereinsgeschichte", sagte Horns Trainer. Wie man Salzburg als Underdog ärgern kann, zeigte übrigens der Fünftligist FC Piberstein Lankowitz vor, der sich in der 2. Runde im September erst im Elfmeterschießen 5:6 geschlagen geben musste.

St. Pölten - Sturm Graz

Als Glücksbringer für St. Pölten soll Gerald Baumgartner herhalten. Der Salzburger ist in seinen bisher 13 Cup-Spielen als Trainer noch unbesiegt, im Vorjahr führte er den FC Pasching sensationell zum Titel. Erstmals ausverkauft ist die 2012 eröffnete NV-Arena in der Landeshauptstadt. 8.000 Zuschauer haben sich angesagt. Nach Graz gingen 1.600 Karten, die in Windeseile verkauft waren.

"Sturm ist in jeder Position besser besetzt, aber im Cup hat man über 90 Minuten immer eine Chance. Das haben wir bereits bewiesen", meinte Baumgartner zur Ausgangslage. Für St. Pölten ist das Halbfinale Cup-Neuland, nachdem man in den vergangenen Jahren stets früh gescheitert ist. Der Finaleinzug würde den größten Erfolg in der Geschichte des 2000 als Nachfolgeverein des FCN St. Pölten gegründeten Club bedeuten. Sturm gewann den Cup bisher viermal, zuletzt 2010.

Baumgartner und Noel beim SKN St. Pölten
© GEPA pictures/ Walter Luger Baumgartner will seinen nächsten Cup-Erfolg

Milanic warnt vor SKN-Spielstärke

Sturm-Trainer Darko Milanic streute dem Gegner Rosen. "Für mich ist das im Moment das spielerisch stärkste Team der (Ersten) Liga", sagte der Slowene. St. Pölten habe sich beim 2:1 im Viertelfinale bei Bundesligist Ried durchaus verdient durchgesetzt. "Sie haben keinen Respekt und keine Angst gezeigt und taktisch intelligent gespielt", urteilte Milanic, der den Tabellenvierten der Ersten Liga zweimal selbst beobachtete.

Er sieht die St. Pöltner als spielstarke Mannschaft - was Sturm entgegen kommen soll. "Gegen defensive Mannschaften haben wir immer unsere Probleme", meinte Milanic auch mit Blick auf das jüngste 1:2 zu Hause gegen Wiener Neustadt. Da hielten Sturms Kicker zum Ärger ihres Trainers mit den Kräften bereits Haus. "Wir werden am Mittwoch anders, mit mehr Leidenschaft auftreten", versprach Flügelspieler Patrick Wolf danach.

Klem gegen Rauter im Bundesliga-Spiel Sturm gegen Neustadt
© GEPA pictures/ Hans Oberlaender Sturms Generalprobe gegen Wiener Neustadt misslang

Missglückte Generalproben

Nicht zufriedenstellend verlief die Generalprobe auch für St. Pölten. In Mattersburg gingen die "Wölfe" als 2:3-Verlierer vom Spielfeld. Die Niederösterreicher durften sich zumindest darüber freuen, dass ein 0:3 beinahe noch aufgeholt wurde. Gegen Sturm kehren die im Burgenland gesperrten Tomasz Wisio, Konstantin Kerschbaumer und Lukas Kragl in den Kader zurück. Andreas Dober sollte nach einer Blessur wieder fit sein, Torhüter Christoph Riegler fällt nach einer Muskelverletzung im Oberschenkel aber weiter aus.

In der heimischen NV-Arena ist St. Pölten bereits elf Spielen ungeschlagen, mit "Herz, Leidenschaft und einem guten Matchplan" will Baumgartner diese Serie fortsetzen. Für seine Elf ist es das erste Cup-Heimspiel dieser Saison.

Sturm setzte sich bereits im Viertelfinale bei Austria Lustenau (4:0) und im Halbfinale bei der Admira (1:0) auswärts durch. Nach einer durchwachsenen Saison in der Liga bietet sich für die Grazer damit noch die große Chance auf das internationale Geschäft. "Wir wollen unbedingt in den Europacup. Den Druck haben wir immer, dieses Ziel müssen wir erreichen", betonte Stürmer Robert Beric.

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