OECD-Studie über Migration und Bildung: Anteil der Akademiker bei Migranten höher

Anteil bei Maturaabschluss schon deutlich geringer Große Unterschiede zwischen Einwanderungsgruppen

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Die OECD präsentierte eine Studie über den Anteil der verschiedenen Ausbildungsstufen bei Migranten im Vergleich zu den Ziel- und Herkunftsländern. Diese kam zum Ergebnis, dass der Anteil der Hochschulabsolventen bei Migranten höher liegt als in der Bevölkerung der Zielländer. Bei den unteren Bildungsabschlussen sind die Unterschiede weit höher, dort aber zuungunsten der Migranten.

Migranten, die sich in einem OECD-Land niedergelassen haben, verfügen im Schnitt über einen höheren Bildungsabschluss als die Bevölkerung ihrer Herkunfts- wie auch ihrer Zielländer. Dies zeigt die veröffentlichte OECD-Studie "A Profile of Immigrant Populations in the 21st Century". Dies gilt allerdings nicht für Österreich: Hierzulande verfügen im Inland geborene Personen über 15 Jahre praktisch in gleichem Ausmaß über eine Hochschulbildung oder höhere berufliche Bildung, wie etwa Kollegs und hochschulähnliche Einrichtungen, wie Migranten. Bei beiden Gruppen beträgt der Anteil jeweils elf Prozent.

Bei Matura Anteil geringer
Eine Stufe darunter, beim Sekundärabschluss, liegen die Migranten in Österreich bereits zurück: Von ihnen haben nur 39 Prozent eine Berufsausbildung als höchsten Abschluss, bei den im Inland geborenen Personen sind es dagegen 56 Prozent.

International sieht es dagegen anders aus: Im OECD-Schnitt haben die Migranten bei der Hochschul- bzw. höheren beruflichen Bildung die Nase vorn: 24 Prozent verfügen über einen Tertiärabschluss gegenüber 20 Prozent der Einheimischen, die wiederum eine Stufe tiefer punkten: 40 Prozent haben einen Berufsabschluss gegenüber 34 Prozent der Migranten. Kaum einen Unterschied gibt es bei der Anzahl der Personen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben. Die Daten stammen zum großen Teil aus Volkszählungen in den OECD-Ländern um das Jahr 2000 und wurden für die Studie zum ersten Mal nach einheitlichen Kriterien aufbereitet.

Unterschiede zwischen Einwanderergruppen
In Österreich gibt es eklatante Unterschiede zwischen den Einwanderergruppen, wie eine Auflistung der fünf Hauptherkunftsländer zeigt: In der mit Abstand größten Gruppe, den Einwanderern aus Ex-Jugoslawien, verfügen nur vier Prozent über einen Tertiärabschluss, während 36 Prozent eine Berufsausbildung abgeschlossen haben und 60 Prozent ohne Berufsausbildung sind. Noch krasser ist die Situation in der drittgrößten Gruppe, den Migranten aus der Türkei: Von ihnen haben nur zwei Prozent Hochschulbildung, während 17 Prozent zumindest eine Berufsausbildung haben und 81 Prozent nicht einmal darüber verfügen.

Die zweitgrößte Migrantengruppe in Österreich, nämlich die aus Deutschland stammenden, sind durchschnittlich besser ausgebildet als die "Einheimischen". Gleiches gilt für die Polen in Österreich, während die Tschechen in etwa vergleichbare Abschlüsse haben.

Im Anschluss die Daten für die Migranten aus den fünf größten Einwanderungsstaaten sowie die "Einheimischen" in Österreich:

Migranten
Primarabschl. Sekundarabschl. Tertiärabschl.
aus Ex-Jugoslawien: 60,1 Prozent 36,0 Prozent 3,9 Prozent
Deutschland: 27,0 Prozent 53,9 Prozent 19,1 Prozent
Türkei: 80,7 Prozent 17,2 Prozent 2,1 Prozent
Tschechien: 34,4 Prozent 52,6 Prozent 13,0 Prozent
Polen: 28,1 Prozent 55,2 Prozent 16,7 Prozent
In Österr. geboren 33,4 Prozent 55,7 Prozent 10,9 Prozent


(apa/red)