OECD-Studie von

Den Reichen geht es immer besser

Die Einkommensschere in der Bevölkerung wird laut einer Studie immer größer

OECD-Studie - Den Reichen geht es immer besser

Die Einkommensunterschiede innerhalb der Bevölkerung nehmen immer weiter zu. Davon sind laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) besonders entwickelte Staaten betroffen. Neben Österreich ist besonders Deutschland von der zunehmenden sozialen Ungleichtheit betroffen. In Slowenien ist der Reichtum am besten verteilt.

Österreich lag 2008 (jüngste verfügbare Zahlen) mit einem "Gini-Koeffizient" von 0,26 etwas besser als Deutschland mit 0,30, geht aus der Studie hervor. Der "Gini-Koeffizient" reicht von 0 (alle Menschen haben das gleiche Einkommen) bis 1 (die reichste Person verdient alles).

Mexiko und Türkei mit traurigen Spitzenplätzen
Besonders stark ausgeprägt war das Ungleichgewicht in Mexiko (0,48) und der Türkei (0,41). In den USA lag der Wert bei 0,38. Im Krisenland Griechenland befand er sich noch vor dem Ausbruch der wirtschaftlichen Tragödie bei 0,31. Einen besonders ausgeglichenen Wert weist Slowenien mit 0,24 auf.

Ungerechte Welt
Die Studie widerlegt laut Autoren die Annahme, dass Wirtschaftswachstum automatisch allen Bevölkerungsgruppen zugutekommt und, dass Ungleichheit soziale Mobilität fördert. "Zunehmende Ungleichheit schwächt die Wirtschaftskraft eines Landes, sie gefährdet den sozialen Zusammenhalt und schafft politische Instabilität - aber sie ist nicht unausweichlich", so OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Als Grund für die auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich wird in der OECD-Studie unter anderem der steigende Anteil an Teilzeitarbeit angeführt. Außerdem werde im Schnitt weniger Stunden gearbeitet, wobei allerdings die Zahl der Arbeitsstunden der Gutverdienenden gleichgeblieben ist.

Außerdem finden immer mehr Paare in der gleichen Einkommensgruppe zusammen, so dass sich gute Verdienste potenzieren: Das traditionelle Modell "Chefarzt heiratet Krankenschwester" ist laut OECD auf dem Rückzug.

"Direkten, wenn auch nur mittelfristigen, Einfluss auf die Umverteilung können Regierungen über Steuer- und Sozialreformen nehmen. Eine Option wäre, die Einkommenssteuer progressiver zu gestalten. Auch Maßnahmen zur Eindämmung der Steuerflucht, die Abschaffung von Steuererleichterungen für Besserverdienende oder der Ausbau von Steuern auf Vermögen und Grundbesitz könnten zu einer besseren Umverteilung von Einkommen beitragen. "Gleichzeitig sind staatliche Transferzahlungen wichtiger als je zuvor, um die anhaltenden - und durch die Rezession oft verschärften - Verluste für Menschen mit niedrigem Einkommen auszugleichen", teilte die OECD mit.