OECD Konjunkturprognose von

Rezession kommt

Eurozone verliert an Wirtschaftsleistung. OECD warnt vor "verheerenden" Folgen

OECD Konjunkturprognose - Rezession kommt

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor einem Ausweiten der Schuldenkrise gewarnt und ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert. Ein "größeres negatives Ereignis" in der Eurozone könnte "verheerende" Auswirkungen für die Wirtschaft weltweit haben, mahnte die OECD am Montag in Paris in ihrem neuen Wirtschaftsausblick. Deshalb sollten sich die Verantwortlichen auf "das Schlimmste" vorbereiten und die EZB solle notfalls eingreifen. Für die gesamte Eurozone sieht die OECD eine "milde Rezession".

Dem Wirtschaftsausblick zufolge geht die OECD für 2012 von einem Wachstum von nur noch 0,2 Prozent für die Eurozone aus. Im Mai hatte sie noch zwei Prozent Wachstum vorhergesagt. Für Deutschland rechnet die OECD im nächsten Jahr mit einem Plus des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,5 Prozent, 2013 soll es dann wieder aufwärtsgehen mit 1,9 Prozent Wachstum. Das BIP-Prognose für Österreich wurde für 2012 auf 0,6 (2,1) Prozent gesenkt, heuer wird dafür ein Wachstum von 3,2 (2,9) Prozent erwartet.

Düsterer sind die Wachstumsaussichten für Frankreich: Im nächsten Jahr werde die französische Wirtschaft nur um 0,3 Prozent wachsen, prognostizierte die OECD. Frankreich selbst hatte seine Wachstumsprognose für das kommende Jahr Ende Oktober von 1,75 auf nur noch 1,0 Prozent gesenkt.

Mehrere Ratingagenturen haben Frankreich gewarnt, dass die Bestnote AAA für die Kreditwürdigkeit des Landes in Gefahr sein könnte, sollte das Wachstum noch weiter zurückgehen und der Staat seine Sparpläne nicht in ausreichendem Maße umsetzen. Die OECD forderte für 2012 zusätzliche Sparmaßnahmen in einer Größenordnung von 0,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Ein Überschwappen der Schuldenkrise auf Frankreich könnte auch den europäischen Rettungsfonds ESFS ins Wanken bringen.