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1 Billion für Euro-Rettungsschirm?

Generalsekretär Angel Gurria fordert weitere Aufstockung. Ausblick ist düster.

OECD - 1 Billion für Euro-Rettungsschirm? © Bild: APA/EPA/Hoslet

OECD-Generalsekretär Angel Gurria tritt für eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms auf rund eine Billion Euro ein. Dabei gehe es "nicht um ein Symbol an die Märkte, das ist eine Botschaft, das ist eine Sprache. Ich sage den Märkten damit, ich habe die Feuerkraft, und bei Gott, ich werde sie nützen, wenn sie gebraucht wird". Angesprochen darauf, ob auch eine Anhebung auf 750 Milliarden Euro reichen würden, sagte Gurria bei der Präsentation des OECD-Wirtschaftsberichts für EU und Eurozone in Brüssel, "wenn man mit den Märkten Geschäfte macht, sollte man über das Ziel hinausschießen".

"Wenn der Markt 50 verlangt, dann gib nicht 75, gib 100", legte Gurria nach. Dies sei ein Zeichen für die Fähigkeit einerseits und die Bereitschaft andererseits, zu handeln. "Ja, schießt über das Ziel hinaus", so der OECD-Generalsekretär.

Der Wirtschaftsausblick der OECD für die Eurozone liefert derweil ein düsteres Bild. Der in Brüssel präsentierte Bericht sieht für die Eurozone ein geringes BIP-Wachstum von lediglich 0,2 Prozent für 2012 vor. Für 2013 wird ein Anstieg auf 1,4 Prozent prophezeit. Die Arbeitslosigkeit wird demnach in der Eurozone im laufenden Jahr auf 10,3 Prozent ansteigen und auch 2013 auf dieser Höhe verharren. Die durchschnittliche Staatsverschuldung erreicht laut OECD-Bericht heuer 90,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und wird 2014 auf 91,0 Prozent steigen.

Schuldenkrise ist schuld
Grund für die schlechte Lage sei die Schuldenkrise in mehreren Ländern. Außerdem gebe es exzessive Ungleichgewichte in der Eurozone, die bisher nur unvollständig gelöst worden seien. Dies könnte die wirtschaftlichen Aktivitäten bremsen und Wachstum hemmen, ehe von gesünderen öffentlichen Finanzen und Reformen Vorteile gezogen würden. Die OECD sieht hohe Risiken auch angesichts selbsterfüllender Erwartungen, die wiederum zu einer "unhaltbaren Schuldendynamik" führen. Damit sei aber auch das Risiko von globalen Nebenwirkungen verbunden. Notwendig seien sowohl kurzfristige als auch langfristige Reformen zur Beseitigung der Mängel.

Die OECD ruft zu entschlossenen Maßnahmen zur Stabilisierung vor allem der Schuldenkrise in der Eurozone auf. Dazu seien auch die Rettungsschirme EFSM, EFSF und der künftige ESM sowie die Unterstützung durch den Internationalen Währungsfonds IWF "entscheidende Schritte nach vorn". Griechenland sei ein "Ausnahmefall". Die Schuldenreduzierung des südlichen Eurolandes sollte auf freiwilligem Weg erfolgen.

Wirtschaft in Abwärtsfahrt
Die Wirtschaft der EU-27 generell befinde sich in einer ernsthaften Abwärtsbewegung. Grund dafür sei, dass sich die Schuldenkrise hinausgezogen habe und das Vertrauen gesunken sei. Die Wirtschaft werde auf kurze Sicht schrumpfen, "aber auch die langfristigen Wachstumserwartungen sind düster". Gründe für diese Entwicklung seien auch in der "ungenügenden Finanzaufsicht" zu suchen, in zu wenig vorsichtiger und disziplinierter Fiskalpolitik sowie in strukturellen Schwächen. Die Krise habe viele Länder mit einem schwachen Bankensystem zurückgelassen, besorgniserregend sei auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit. "Die Krise in der Eurozone muss gelöst werden - als Vorbedingung um zu Wachstum zurückkehren zu können. Ernste finanzielle Anfälligkeiten müssten in den Ländern der Währungsunion reduziert werden.

Kommentare

Gurria Angesichts solcher Aussagen besteht der dringende Verdacht dass sich der Wahnsinn bei diesen Leuten breit macht. Anstatt alles zu unternehmen um das Spekulantentum abzuschaffen welches Länder in den Ruin treibt wird schrankenlos Geld hineingebuttert. Gibt es keinen Einhalt für diesen Schwachsinn ? Muß sich das Volk um dessen Vermögen es hier geht tatsächlich erst erheben und diese Leute zum Teufel jagen ?

Super Aussage: "Wenn der Markt 50 verlangt, dann gib nicht 75, gib 100"
Jetzt Frag ich mich wer ist der Markt bzw. der der das verlangt -->"Rate"agenturen, Banken, Gläubiger des Staates, Volk?
Und wen der Markt mehr schau, es gehen freiwillig 100, dann gehen sicher 150 auch, wenn von selbst schon 50 mehr kommt?
Und woher kommen 1 Billion Euro aus einem Schulden anstieg von 85% vom BIP auf 90%? --> also den Leuten noch ein wenig etwas wegnehmen oder ein paar Staaten, die noch paar Cent irgendwo liegen haben. Naja, dann hätten wir ja 1 Billion Euro Schulden abgestellt für die "Märkte", aber das Volk hat in Summe kein Geld mehr um die Wirtschaft zu beleben.
Irgendwie beißt sich die Katze mit unserem derzeitigen System immer bissi in Schwanz oder?

Nicht die Schuldenkrise ist Schuld Wo kommt die Schuldenkrise her? Der Import fossiler Energie hat sich sprunghaft verteuert. Importe kann man nur mit Exporten bezahlen. Alos müssen die Exporterlöse im gleichen Umfang wie die teureren Energieimporte steigen.

Tun die aber nicht. USA Griechenland Syndrom.
Handelsbilanzdefizit > Ölimporte.

Die ach so billige fossile Energie wird ber Schulden machen importiert. Die Anstrengungen der Exportindustrie für 1000 EUR mehr Erlös können aber Volkswirtschaftliche Aufwendungen von mehreren 1000.-EUR bedeuten.

Was passiert mit einer Firma, die beständig unter Gestehungskosten Ware verkauft? Geht bankrott.
Was passiert mit Volkswirtschaften, die beständig importierte Ware weit unter Gestehungskosten verkaufen? Finanzielle Auszehrung. Der Zusstand von USA+EU.

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