ÖBB ab sofort mit digitalem Zugfunk: Kapsch CarrierCom realisiert erste GSM-R Strecke

ÖBB ab sofort mit digitalem Zugfunk: Kapsch CarrierCom realisiert erste GSM-R Strecke © Bild: Schöpf Matthäus

Mit Sommer 2008 beginnt auch in Österreich das Zeitalter des digitalen Zugfunks. Ab diesem Zeitpunkt setzt die ÖBB auf der 80 Kilometer langen Pilotstrecke Wels-Passau erstmals ihr neues Zugfunksystem mit dem europäischen Standard GSM-R ein. Kapsch CarrierCom AG konnte damit den ersten Teil des rund 40 Mio. Euro und ca. 3.500 Streckenkilometer umfassenden Auftrages zeitgerecht fertigstellen. In den nächsten Ausbaustufen folgen die wichtigen Korridorstrecken und sukzessive der Ausbau entlang der Hauptrouten.

Österreich ist nach der Slowakei und Tschechien das dritte Land in Zentraleuropa, das die moderne Mobilfunkkommunikation für den Bahnverkehr einführt und dabei auf die Kompetenz und das technische Know-how von Kapsch setzt. Aktuell laufen im Bereich Ost- und Südosteuropa bereits weitere GSM-R Ausschreibungen.

Wels-Passau – digitale Kommunikation im Bahnverkehr
Auf 80 Kilometer ist ab sofort auch in Österreich das GSM-R Zeitalter eingekehrt. Weitere Strecken folgen in Kürze. Auch die erste „Feuerprobe“ ist mit dem ersten Telefonat in Österreich im ÖBB GSM-R Netz bereits erfolgreich bewältigt worden. Der Einsatz von GSM-R revolutioniert den Bahnverkehr. Durch den Einsatz international spezifizierter Endgeräte und der Verbindung der europäischen GSM-R-Netze ist für internationale Züge grenzüberschreitende Kommunikation mit demselben Equipment möglich. Der aufwändige Betrieb unterschiedlicher, nationaler Systeme entfällt. Geplante Fahrzeiten Wien-Salzburg in 2 Stunden 15 oder Wien-Innsbruck in rund vier Stunden wären ohne den Einsatz von GSM-R neben anderen infrastrukturellen Maßnahmen nicht realisierbar; oder zumindest nicht ohne erhebliche Beeinträchtigungen des Regionalverkehrs.

GSM-R erhöht auch die Wettbewerbsfähigkeit des Schienentransports gegenüber dem Straßenverkehr: Mit dem neuen System können Güterzüge an der Grenze schneller abgefertigt und an die Bahngesellschaft des Nachbarlandes übergeben werden. Damit lassen sich aber auch in einem nächsten – vom jeweiligen Bahnbetreiber zusätzlich zu realisierenden – Schritt viele Anwendungen über ein technisches System abwickeln. So zum Beispiel Fahrkartenverkauf und Platzreservierung im Zug, „Freight Tracking“ oder elektronische Fahrgastinformation.

Quelle: Redaktion/Kapsch CarrierCom AG