ÖBB bahnt sich einen Weg auf die Straßen:
Künftig mehr Gütertransporte auf Asphalt?

SPÖ und Grüne kritisieren Vorhaben der ÖBB scharf Bahn-Manager Macher spricht von "kleinem Bereich"

ÖBB bahnt sich einen Weg auf die Straßen:
Künftig mehr Gütertransporte auf Asphalt? © Bild: APA/Schlager

Die Bundesbahnen drohen der Schiene untreu zu werden. Die ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA) plant, kleine Pakete in der Steiermark nicht mehr mit ÖBB-Zügen sondern mit Lkw privater Frächter zu transportieren. Die Verlagerung soll Einsparungen von 7,9 bis 8,6 Mio. Euro bringen. Trotzdem weht den Plänen ein rauher Wind aus der Politik entgegen.

Verkehrsministerin Doris Bures sagte zum "Standard", dass das letzte Wort bei der Güterverlagerung noch nicht gesprochen ist und erinnerte die Rail Cargo Austria (RCA) daran, dass der Anteil des Schienengüterverkehrs zu erhöhen sei.

Die Grüne Verkehrssprecherin Gabriela Moser sprach in einer Aussendung von einem "I-Tüpfelchen auf einer sinnlosen Politik". Moser kritisierte es sei sinnlos, Milliarden in die Schienen Infrastruktur zu pumpen,"wenn sie zugleich das Gegenteil der stets verkündeten Verlagerung auf die Schiene geschehen lassen". Um die Konkurrenzfähigkeit der Schiene zu steigern sollten endlich die Spielräume für LKW-Mautzuschläge z.B. im Unterinntal genützt werden und endlich die flächendeckende Maut vorangetrieben werden.

Der Verkehrssprecher der SPÖ, Anton Heinzl betonte, es sei zwar klar, dass die RCA sparen müsse, dies widerspreche "klar den Vorgaben, die gegeben wurden".

RCA-Chef redet Vorhaben klein
RCA-Chef Macher betonte im ORF-Mittagjournal, dass es sich bei den angedachten Verlagerungen nur um einen sehr kleinen Bereich handle: "Wir reden bei den Strecken, die wir hier analysieren, von weniger als 1 Prozent des Volumens und weniger als 1 Prozent des Waggonaufkommens". Die jetzigen Art des Abwicklung führe zu einer Auslastung der Züge von unter 50 Prozent "und das können und wollen wir uns nicht leisten". Einen Rückgang des Anteils des Gütertransports auf der Schiene - derzeit rund 33 Prozent - bedeute das nicht, betonte der RCA-Chef. Erst vor kurzem sei es gelungen 15.000 Lkw-Ladungen der Firma Assamer auf die Bahn umzuleiten.

Die ÖBB haben indes bekanntgegeben, dass die Zusammenlegung der beiden ÖBB-Infrastrukturgesellschaften für Bau und Betrieb in die ÖBB- Infrastrurktur AG ins Firmenbuch eingetragen wurde und damit alle formalrechtlichen Voraussetzungen erfüllt wurden.
(apa/red)