ÖBB kooperiert mit Deutscher Bahn: Bald soll es eine gemeinsame Gütertochter geben

ÖBB-Chef Huber: "Gespräche noch in früher Phase" Geplant: Beteiligung der DB an Rail Cargo Austria?

ÖBB kooperiert mit Deutscher Bahn: Bald soll es eine gemeinsame Gütertochter geben

Über die Pläne für eine Verschränkung zwischen ÖBB und Deutscher Bahn im Güterverkehr sind weitere Details durchgesickert. Wie die APA aus Aufsichtsrats-Kreisen erfuhr, soll sich der bisherige Güterverkehrsvorstand Gustav Polschka, der heute in den ÖBB-Holding-Vorstand gewählt werden soll, für eine direkte Beteiligung der DB an der Rail Cargo Austria (RCA) ausgesprochen haben.

Schon heute bestehe eine sehr enge und gute Zusammenarbeit mit der Deutsche Bahn. Sollte es aber tatsächlich zu einer weiteren Vertiefung kommen, sei "in etwaige Entscheidungen jedenfalls der Eigentümer einzubinden", so Huber. Eine Mehrheitsbeteiligung der Deutschen komme allerdings nicht in Frage, hieß es. Und: Es gebe noch eine Vielzahl von Hürden, die es noch auszuverhandeln gebe. "Das Thema wird sicher, wenn überhaupt, erst in zwei bis drei Jahren spruchreif werden", so ein Insider.

Das Verkehrsministerium will zu den konkreten Überlegungen keine Stellungnahme abgeben. Um etwas zu Beteiligungsmodellen sagen zu können, sei es noch zu früh, sagte eine Sprecherin. Man könne nur grundsätzlich unterstreichen, dass "Kooperationen gewünscht sind, weil sie die RCA und den Eisenbahn-Güterverkehr in Osteuropa insgesamt stärken". Dazu gebe es aber auch Gespräche mit anderen Bahnen, etwa den Italienern, so die Sprecherin.

Gespräche ja, Börsegang nein
ÖBB-Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker hatte die Deutsche Bahn bereits in einem veröffentlichten Interview mit dem "trend" als "möglichen strategischen Partner" für den ÖBB-Güterverkehr bezeichnet und auf "erste Kontaktgespräche" verwiesen. Als Zeitrahmen nannte der Bahn-Aufseher "2008 oder 2009".

Entsprechende Aussagen Pöchhackers seien "absolut richtig", unterstrich Huber. Dass er sich bereits für einen Börsegang der ÖBB nach deutschem Vorbild ausgesprochen hätte, wie kolportiert, wies der Bahn-Chef zurück: "Die Zuständigkeit in dieser Frage liegt alleine beim Eigentümer." Ein Konzernsprecher der ÖBB hatte zuvor Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über eine mögliche Kapitalverschränkung dementiert. Er hatte dabei darauf verwiesen, dass zunächst der weitere Infrastruktur-Ausbau im Vordergrund stünde. (APA/red)