ÖBB-Ausschuss sucht 300 Mio.Euro-Verlust:
Brisante Fragen stehen an der Tagesordnung

Wer ist verantwortlich für ungarischen MAV-Kauf? ÖVP-Verkehrssprecher rechnet mit keinem Ergebnis

ÖBB-Ausschuss sucht 300 Mio.Euro-Verlust:
Brisante Fragen stehen an der Tagesordnung © Bild: APA/Pfarrhofer

Was lief falsch beim 300 Mio.-Euro-Verlust der ÖBB aus Derivatgeschäften und wer hat den desaströsen Kauf der ungarischen Güterbahn MAV Cargo zu verantworten? Dieser Frage geht einmal mehr der parlamentarische ÖBB-Rechnungshof-Unterausschuss nach. Auch diesmal wird mit schweigsamen Involvierten und einem fehlendem Kronzeugen gerechnet.

Allerdings erhofft sich U-Ausschussvorsitzender Wolfgang Zanger mittels Gutachterbefragung einen tieferen Einblick in das Spekulationsgeschäft mit der Deutschen Bank. Der geladene Franz Wanzenböck (ÖBB Holding) meinte im Vorfeld der Befragung, Fehler könnten immer wieder passieren. Er sei lediglich Sachbearbeiter gewesen und habe nur seinen Job gemacht.

BZÖ-Abgeordneter Gerald Grosz verwies auf ein Schreiben des Rechtsbeistandes von Ex-Bahnvorstand Gustav Poschalko, wonach sich dieser aufgrund zweier laufender Verfahren der Aussage entschlagen werde. Dabei sei Poschalko, neben ÖBB-Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker, die "zentrale Schlüsselfigur" des Spekulationsgeschäftes, so Grosz vor Sitzungsbeginn.

ÖVP rechnet mit keinem Ergebnis
Völlig desillusioniert gab sich ÖVP-Verkehrssprecher Ferdinand Mayer. Er erwartet, dass diesmal das gleiche rauskommt wie bei der letzten Sitzung - nämlich nichts, so Mayer. Optimistischer ist da schon die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser, die hofft, dass am Ende des Tages die Gerichte am Zug sind.

Das BZÖ richtete eine Kampfansage an die ÖBB: "Wir wollen zum Staatsfeind Nummer 1 bei den ÖBB werden", so BZÖ-Obmann Josef Bucher. Der Personalstand der Bahn müsste halbiert und angebliche Pensionsprivilegien gestrichen werden. Wo Bucher konkret mehr als 20.000 Mitarbeiter einsparen will, ließ er unbeantwortet.

(apa/red)

Kommentare

ÖVP-Verkehrssprecher Mayer zu den 0,4 Milliarden Spekulationsverluste: "Er erwartet, dass diesmal das gleiche rauskommt wie bei der letzten Sitzung - nämlich nichts, so Herr Mayer" Nur blöd halt, dass ausgerechnet ÖVP-Mitglied Huber zur dieser Zeit Generaldirektor der österreichischen Bundesbahn war.

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