ÖBB ersetzt 15 Nebenbahnen durch Busse: Bis zu 30 Millionen Euro Einsparung möglich

Großteil er betroffenen Linien in Niederösterreich Gorbach zu Ankündigung: "Überflüssiges Lamento"

Die ÖBB arbeiten weiter an der Durchsetzung ihres Nebenbahn-Konzeptes. Die Arbeiten seien im Gange, sagte ÖBB-Chef Martin Huber. Elf Regionalbahn-Linien sollen durch neue Bus-Verbindungen ersetzt werden. Sieben Schmalspurbahnen wollen die ÖBB - womöglich für einen symbolischen Euro - an die Länder abtreten. Vier davon sollen ebenfalls einen Bus-Ersatz erhalten.

Zum Großteil betroffenen sind Strecken in Niederösterreich. Drei Busersatzverbindungen treffen Oberösterreich, eine Kärnten und eine - die Pinzgaubahn - Salzburg, über die aber noch verhandelt wird. Auf 17 weiteren Schienenstrecken, die endgültig stillgelegt werden sollen, fährt schon heute kein Personenzug mehr. Die dadurch eingesparten künftigen Investitionen für die Erhaltung der Strecken eingerechnet, wollen die ÖBB mit dem Konzept 25 bis 30 Mio. Euro pro Jahr einsparen.

Im Gegenzug sollen 60 Prozent des derzeit noch 2.260 Kilometer langen Nebenbahnnetzes weiter ausgebaut werden. Auf diesen Strecken werde man sowohl Schieneninfrastruktur als auch Busanschlüsse verbessern und auch der Güterverkehr erweitern, sagte Huber.

Geht es nach dem Fahrplan der ÖBB, soll mit den Bundesländern schon bis Jahresende eine "Einigung über die weiteren Schritte" stehen. Tatsächliche Streckeneinstellungen oder -abtretungen könnten aber erst "frühestens" mit dem Fahrplan 2008 erfolgen, heißt es im Konzept. Eine Stilllegung einer Strecke mit Personenverkehr ohne Bus- Ersatz werde es nicht geben. "Uns geht es nicht darum, Verbindungen einzustellen, sondern darum, sie umzustellen auf Bus-Betrieb", versicherte Huber. Dies sei nicht nur kostengünstiger, sondern auch qualitativer hochwertiger.

Gorbach: Überflüssiges Lamento
Verkehrsminister Hubert Gorbach beurteilte die Ankündigungen in einer ersten Reaktion als "überflüssiges Lamento". Es sei in dieser Sache "noch gar nichts entschieden", ließ der Minister über seinen Sprecher ausrichten. Und: "Ohne die Zustimmung des Eigentümervertreters wird auch gar nichts geschehen", hieß es Dienstagnachmittag zur APA.

(apa/red)