ÖBB im 1. Halbjahr mit mehr Fahrgästen: Plus 2,4% im Nah-, plus 3% im Fernverkehr

Modernisierung des Nahverkehrs durch "Talent"-Flotte 99,8 Millionen Fahrgäste von Jänner bis Juli 2006

Die ÖBB meldet Steigerungen bei den Fahrgastzahlen: Im Nahverkehr machte das Plus in den ersten sieben Monaten 2,4 Prozent aus, im Fernverkehr stiegen sogar um 3 Prozent mehr Reisende in die Züge. Die SPÖ zweifelt die Zahlen an.

Die Zahl der Fahrgäste im Nahverkehr ist von Jänner bis Juli dieses Jahres gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres um 2,4 Prozent auf 99,8 Millionen Fahrgäste gestiegen. Die größten Steigerungen konnten in Kärnten, Steiermark und in der Ostregion erzielt werden, heißt es.

Auch im Fernverkehr ist ein Fahrgastzuwachs zu verzeichnen, nämlich um 3 Prozent. 16,7 Millionen Reisende haben von Jänner bis Juli dieses Jahres die ÖBB für längere Strecken genutzt, erklärte ÖBB-Sprecherin Katharina Gürtler auf Anfrage.

Die Modernisierung des Nahverkehrs bei den ÖBB laufe weiter auf Hochtouren: Mehr als die Hälfte der neuen "Talent-Flotte" wurde bereits ausgeliefert. "Durch die Anschaffung von insgesamt 171 modernen Talent-Zügen sinkt das Durchschnittsalter der Fahrzeuge österreichweit deutlich. In Tirol werden wir beispielsweise in nur wenigen Monaten den Wert von 40 auf fünf Jahre reduzieren", unterstreicht Wilhelmine Goldmann, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG.

Das moderne Wagenmaterial soll ein Anreiz für neue Kunden zum Umsteigen auf die umweltfreundliche Bahn sein. Bis Ende des Jahres werde jeder dritte Sitzplatz im Nahverkehr erneuert worden sein. Die zweite Etappe der Talent-Züge wird in Oberösterreich, Tirol, Burgenland und Kärnten zum Einsatz kommen.

SPÖ zweifelt Zahlen an
Die SPÖ zweifelt an den Halbjahreszahlen. "Zur vorgelegten Bilanz könne nur gesagt werden, dass man (ÖBB-Chef Martin) Huber kein Wort glauben kann", so Rechnungshofsprecher Günther Kräuter. Er sprach von einem "peinlichen Eigenlob" und von einer "Krisensitzung des Aufsichtsrates".

Geht es nach Kräuter, dann "dreht sich das Affären-Karussell bei den ÖBB rund um Parteienwerbung, Postenschacher, Beraterverträge um 100 Millionen Euro, Aufsichtsräten als Auftragsnehmer, Kreditkartenbetrug und Bilanztricks immer schneller und schneller". Kräuter: "Auch wenn Huber die Flucht nach vorne versuche, bleibe er völlig unglaubwürdig, die ÖBB sind längst ein Privilegien- und Skandal-Express."

Die SPÖ ortet bei den Aufsichtsbehörden "keinerlei Bereitschaft, die mannigfaltigen Skandale und Affären im Unternehmen einer ernsthaften Prüfung zu unterziehen". Und Verkehrsminister Hubert Gorbach sei "ohnehin seit Monaten auf Tauchstation." Kräuter forderte in einer Aussendung einmal mehr eine Rechnungshof-Gesamtprüfung der gesamten Ära Huber. Weiters kündigte Kräuter zusätzliche Initiativen anlässlich der nächsten Nationalrats-Sitzung an.
(apa/red)