"Eine Provokation" von

Odin Wiesinger: Wer ist
der umstrittene FPÖ-Maler?

Geschmacklose Postings oder ein fragwürdiges Logo sorgen für Aufregung

Odin Wiesinger © Bild: APA/Wobrazek

Für große Aufregung sorgt derzeit der Maler und Bildhauer Odin Wiesinger. Bekannt wurde er als Lieblingsmaler von Norbert Hofer (FPÖ), nun wurde er von den Freiheitlichen zum Landeskulturbeirat in Oberösterreich berufen, was einen anderen Beirat zum sofortigen Austritt bewegte. Auch sonst gehen die Wogen hoch. Doch wer ist Odin Wiesinger eigentlich?

Mehrfache Proteste konnten die Berufung des Andorfer Malers Odin Wiesinger als oberösterreichischer Landeskulturbeirat nicht verhindern. Seit Montag, 13. Mai ist dies trotz Gegenstimmen von SPÖ und Grüne beschlossene Sache – und seitdem schlägt die Sache hohe Wellen. So schrieb Ex-ÖVP-Ministerin Kdolsky etwa „Das ist einfach nur grauslich“ und richtete einen Appell an die ÖVP-Frauen. SPÖ und Grüne sprachen von einer „Provokation“ und der Autor Thomas Baum legte als Reaktion auf die Bestellung Wiesingers seine Mitgliedschaft in dem Gremium zurück.

Odin ist Burschenschaftsname

Doch was ist es, dass an Wiesingers Bestellung so provoziert? Wer ist dieser Maler eigentlich, der die Gemüter derzeit so erhitzt? Odin Wiesinger heißt zunächst einmal Manfred mit Vornamen. Odin ist sein „Couleurname“ von seiner Burschenschaft, der pennalen Burschenschaft Scardonia zu Schärding. „Bei uns gibt’s viele Wiesingers und auch viele Manfreds. Odin Wiesinger gibt’s nur einen“, erklärte er seine Entscheidung 2016 in einem Interview mit dem „Profil“. Burschenschaften sind auch eines seiner Lieblingsmotive.

Bildserie mit Titel "Endsieg"

Wiesinger hat als Maler unter anderem für das rechte Magazin „Info-Direkt“ sowie auch für die im Vorjahr eingestellte - und als rechtsextrem eingestufte - „Aula“ Werke beigesteuert. So wurde er von „Info-Direkt“ beauftragt, zu dem in Linz stattfindenden Kongress „Verteidiger Europas“ das Cover zu gestalten. Wiesinger malte eine Bildserie mit dem Titel „Endsieg“.
Der Innviertler ist bei den Freiheitlichen ein gern gesehener Künstler und nicht nur mit Norbert Hofer, sondern auch mit dem ehemaligen dritten Nationalratspräsidenten und ebenfalls schlagenden Burschenschafter Martin Graf befreundet.

Das umstrittene Namenslogo

Immer wieder wird Wiesinger die Verbindung zu Rechtsaußen-Organisationen nachgesagt. Außerdem wird immer wieder über sein Namenslogo als Künstler diskutiert. Dieses soll unverkennbare Ähnlichkeiten zur nationalsozialistischen Odalrune (im Dritten Reich ein Symbol für „Blut und Boden“) aufweisen, so die Kritiker. Wiesinger selbst sieht die Sache naturgemäß anders und erklärte einst, es sei ein „Steinmettzzeichen, ein O, ein W und zwei i-Punkte“.

»… selten so ein hässliches und dummes Stück Fleisch gesehen!«

Das "Stück Fleisch" und der "Genderwahnsinn"

Für Aufregung sorgte der Künstler aber nicht nur mit seinen rechten Anspielungen und Verbindungen sondern auch durch einen Kommentar, den er über Eva Blimlinger, die Rektorin der Akademie der bildenden Künste abgab. Er schreib 2014 auf Facebook: „… im Sinne der Freiheit der Kunst: … selten so ein hässliches und dummes Stück Fleisch gesehen!“ Und auch in Bezug nehmend auf ein Interview Blimlingers im Zusammenhang mit gendergerechte Sprache schrieb er: „Schlimm dieser Genderwahnsinn!“

Kommentar über Lorenz-Dittelbacher

Fragwürdig auch ein weiterer Kommentar, den Wiesinger über die ORF-Moderatorin Lou Lorenz-Dittelbacher abgab: „…so eine lou-lou diese tittenbacher (das ist satire, das darf!)“, schrieb er im Jahr 2015.

Wiesinger sieht "mediale Hetzjagd"

Die Aufregung um seine Berufung nun in den Landeskulturbeirat sieht Wiesinger als „mediale Hetzjagd“, wie er gestern via Facebook Preis gab. Er erwarte sich nun von seinen „freunden in der FPÖ und diversen funktionären“, dass diese „das wort ergreifen, so wie sie es für Andreas Gabalier getan haben!“

Hofer eilt zur Hilfe

Norbert Hofer sprang bereits zur Hilfe und verteidigte seinen Lieblingsmaler. Es sei klug, sich von einem Menschen selbst ein Bild zu machen, er würde daher jedem ein persönliches Gespräch mit Wiesinger und ein Besuch in dessen Atelier empfehlen, so der Infrastukturminister. Zu den geschmacklosen Postings meinte Hofer, er würde so eine Wortwahl nicht rechtfertigen, aber „im Laufe des Lebens fallen Sätze, die man später bereut“.