"Odin tötete aus Eifersucht": Der Onkel der
Kindsmutter spricht jetzt über die Tragödie

NEWS: Rottweiler biss einjähriges Mädchen zu Tode Richard T.: "Glaube, es war ein Hierarchieproblem"

Es ist eine unfassbare Tragödie, die sich am Freitag, dem 13. November 2009, im kleinen Ort Staningersdorf im Waldviertel ereignet hat. Polizeidiensthundeführer Markus N. kam in der Früh vom Nachtdienst nachhause und freute sich darauf, seine einjährige Tochter Hannah zu begrüßen und in die Arme zu schließen. Die Großmutter, die auf das kleine Mädchen aufgepasst hatte, führte Hannah an der Hand zur Eingangstür. Im Vorzimmer des Hauses kam es innerhalb von Sekundenbruchteilen zur Katastrophe – als der siebenjährige Rottweilerrüde Odin ausrastete. Und Hannah zu attackieren begann.

"Odin tötete aus Eifersucht": Der Onkel der
Kindsmutter spricht jetzt über die Tragödie

Der Familienhund verbiss sich im Kopf des Mädchens – und verletzte es so schwer, dass es trotz schnellstem Transport ins Landesklinikum Horn keine Überlebenschance mehr hatte. Nach dem Unglück trauert nun der ganze Ort. Und: Was nach dem Schock bleibt, ist die Frage nach dem Warum. Wie konnte es dazu kommen, dass der geliebte Familienhund über Hannah herfiel und sie bestialisch tötete?

Richard T. ist der Onkel von Kindsmutter Karin N. In NEWS schildert er, wie Eifersucht und ein Kampf um Hierarchie das schreckliche Drama ausgelöst haben könnten. Und er erzählt, warum Hundeführer Markus N. eine Vorliebe für Rottweiler hatte.

NEWS: Wie haben Sie von der Katastrophe erfahren?
Richard T.: Ich war tagsüber nicht in Staningersdorf, weil ich in Zwettl arbeitete. Ich erfuhr erst am Abend von der Tragödie. Es ist so ein Schock für mich und meine Frau. Wir können noch gar nicht glauben, dass Hannah tot ist.

NEWS: Haben Sie irgendeine eine Vermutung, warum Odin das kleine Mädchen attackiert hat?
Richard T.: Ich denke, es war Eifersucht. Odin ist der private Familienhund gewesen. Markus hatte seit einem Jahr auch einen neuen Polizeidiensthund. Odin hat diesen neuen Hund sicher gerochen, auch wenn der meistens im Zwinger gewesen ist. Ich glaube, es war ein Hierarchieproblem.

NEWS: Inwiefern?
Richard T.: Odin war wahrscheinlich nicht nur eifersüchtig auf den neuen Hund, sondern auch auf Hannah. Das Mädchen ist ein absolutes Wunschkind von meiner Nichte und von ihrem Mann gewesen.

NEWS: Haben Sie den Rottweiler als gefährlich eingeschätzt?
Richard T.: Ganz geheuer war mir der Rüde nicht. Odin hat immer so viel gebellt. Ich war froh, dass meine Nichte Karin uns mit der kleinen Hannah meistens hier besucht hat – und wir so nicht zu Odin mussten.

NEWS: Hat es Anzeichen für die Katastrophe gegeben?
Richard T.: Hannahs Oma hat wohl etwas bemerkt. Denn sie warnte ihre Tochter vor Odin. Sie hatte nämlich ein ungutes Gefühl, wenn der Rottweiler mit dem Baby zusammen gewesen ist. Aber Karin und Markus haben immer gut aufgepasst, sie haben Hannah ja nie mit dem Hund alleine in einem Zimmer gelassen.

NEWS: Und trotzdem ist es zu diesem Unglück gekommen …
Richard T.: Ja, obwohl zwei Erwachsene anwesend waren. Ich denke, dass es für Markus unglaublich schwierig gewesen ist, innerhalb von Sekundenbruchteilen richtig zu reagieren. Schließlich wurde vor seinen Augen sein eigenes Kind attackiert. Und es kostet immens viel Kraft, so einen riesigen und kräftigen Hund wie Odin loszureißen. So ein Hund ist alleine von der Masse her kaum zu kontrollieren. Und selbst wenn dies gelingt, ist es aufgrund der enormen Beißkraft zu spät. Das ist etwas ganz anderes, als wenn ein Yorkshire-Terrier oder ein Dackel zubeißt.

Barbara Binder

Wie Richard T. persönlich zu Hunderassen wie Rottweilern steht und was Hundeexpertin Isabel Finsterwalder zum Thema Kampfhunde sagt, lesen Sie im NEWS 47/09!

Kommentare

Furchtbar diese Tragödie.. aber leider wahr. Das Kind wurde zu Tode gebissen.
So ein Riesenhund gehört nicht in die Nähe von Kinder.
Die Oma hatte ein ungutes Gefühl, hat auch schon vor dem Hund gewarnt !
Warum hat das niemand ernst genommen?

Seite 1 von 1