"Occupy Wall Street" von

Weltweiter Tag des Zorns

Proteste gegen Kapitalismus - Ausschreitungen in Rom

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    "Occupy Wall Street"

    Wütende Demonstranten liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie wollen ihren Platz nicht räumen.

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    "Occupy Wall Street"

    Die Polizei demonstriert in diesen Tagen Stärke. Mit massiver Präsenz sollen die Protestler an der Rückkehr gehindert werden.

In vielen Städten der Welt haben am Samstag Zehntausende gegen die Auswüchse des Finanzsystems im Rahmen eines "globalen Protesttages" protestiert. Dabei kam es Rom bei einer Großkundgebung zu Ausschreitungen mit 70 Verletzten. Weitere Massenkundgebungen gab es u.a. in Frankfurt, London und Brüssel. Auch in Österreich gingen Menschen auf die Straße: In Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck gab es Protestmärsche.

Bei der Großdemonstration von Kapitalismuskritikern und Gegnern der italienischen Regierung von Silvio Berlusconi in Rom kam es zu Straßenkämpfen und Vandalenakten mit Verletzten. Vermummte Mitglieder anarchistischer Gruppen beschädigten Bankenfilialen, Arbeitsämter, Tankstellen und den Sitz des Steueramts. Zudem wurde ein Anbau des Verteidigungsministeriums in Brand gesetzt. Dabei sind laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa 70 Menschen verletzt woreden. Rund 200.000 Personen beteiligten sich laut den Organisatoren an der Protestkundgebung in Rom.

Proteste in Österreich überschaubar
Protestaktionen in Österreich blieben vergleichsweise überschaubar und liefen friedlich ab: Bei einem Marsch in Wien zogen nach Angaben der Polizei 1.400 Menschen am Nachmittag vom Westbahnhof in die Innenstadt. In Graz wurde bei einer Kundgebung am Mariahilferplatz der ehemalige Resistance-Kämpfer Stephane Hessel - Autor der Streitschrift "Empört Euch!" - zu einer Rede erwartet.

5.000 Menschen in Berlin
Auch in Deutschland gab es am Samstag in zahlreichen Städten Demonstrationen gegen Auswüchse des Kapitalismus und soziale Ungleichheit. In Berlin zogen mehr als 5.000 Protestierende vom Alexanderplatz in Richtung des deutschen Kanzleramtes. In der Bankenmetropole Frankfurt am Main kamen nach Polizeiangaben rund 5.000 Menschen zu einer Protestkundgebung an der Europäischen Zentralbank (EZB).

Rangeleien in London
In London kam es zu Rangeleien von Demonstranten mit den eingesetzten Polizeikräften, als einige der etwa 800 Teilnehmer der dortigen Kundgebung sich in Richtung der abgesperrten Börse bewegten. Die Demonstranten skandierten "Die Straßen gehören uns!" und "Wir sind die 99 Prozent" - als Ausdruck, dass ein Prozent der Bevölkerung auf dem Rücken der 99 restlichen Prozent reich geworden sei.

Auch Proteste vor EU-Kommission
Auch vor der EU-Kommission in Brüssel wurde protestiert. Rund 6.000 Menschen marschierten am Samstag durch die Innenstadt der belgischen Hauptstadt. Darunter waren auch Aktivisten der spanischen Bewegung der "Indignados" (Deutsch: Empörten), die zu Fuß von Madrid nach Brüssel gekommen waren. Den Auftakt der Proteste hatten Demonstrationen im asiatisch-pazifischen Raum gebildet. In Hongkong, Tokio, Seoul und Sydney gingen Tausende auf die Straße.

Vorbild für die Demonstrationen sind die Proteste in den USA, wo Kritiker des Finanzsystems seit Wochen auf einem Platz nahe der New Yorker Börse unter dem Motto "Occupy Wall Street" gegen die Macht der Banken protestieren.

Link: Occupy WallStreet-Website