"Occupy Wall Street" von

Ausschreitungen in Rom

Straßenkämpfe und schwere Vandalenakte mit Verletzten im Zuge der Proteste

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    "Occupy Wall Street"

    Wütende Demonstranten liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie wollen ihren Platz nicht räumen.

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    "Occupy Wall Street"

    Die Polizei demonstriert in diesen Tagen Stärke. Mit massiver Präsenz sollen die Protestler an der Rückkehr gehindert werden.

Bei der Großdemonstration von Kapitalismuskritikern und Gegnern der italienischen Regierung von Silvio Berlusconi in Rom ist es am Samstag zu Straßenkämpfen und schweren Vandalenakten mit Verletzten gekommen.

Vermummte Mitglieder anarchistischer Bewegungen beschädigten Bankenfilialen, Arbeitsämter, Tankstellen und den Sitz des Steueramts. Am Rande der Proteste gegen die Macht der Finanzwelt setzten Demonstranten einen Anbau des Verteidigungsministeriums in Brand. Aus dem Anbau des Ministeriums in der Via Labicana schlugen Flammen aus den Fenstern und aus dem Dach. Mehrere Räume des Verteidigungsministeriums wurden durch Sprengsätze und Rauchbomben beschädigt. Die Feuerwehr versuchte, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Wasserwerfer und Tränengas
Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die etwa hundert zum Teil vermummten Demonstranten ein. Wegen der Wolke von Tränengas konnte die Gruppe friedlicher Demonstranten, die bis zur Lateranbasilika ziehen wollten nicht ihr Ziel erreichen. Zudem drang eine Gruppe Vermummter in eine der abgesperrten archäologischen Stätten in der Nähe des Kolosseums ein.

Brennende Autos
Mit Knüppeln und Eisenstangen bewaffneten Jugendliche setzten Dutzende von Autos in Brand. Unweit der Lateranbasilika kam es zu Straßenschlachten zwischen Vermummten und den Sicherheitskräften. Die Polizei setzt gepanzerte Fahrzeuge gegen die Anarchisten ein. Gegen die Black Blocks griffen die Sicherheitskräfte mit Tränengas ein. Drei Personen wurden festgenommen, mehrere Polizisten und Demonstranten wurden verletzt.

TV-Teams angegriffen
Unweit der Basilika Santa Maria Maggiore griffen die Anarchisten eine Gruppe von Carabinieri mit Steinen und Molotowcocktails an. Unweit des Kolosseums kam es zu Ausschreitungen zwischen Anarchisten und Linksextremisten. Ein Demonstrant wurde von einer Gruppe vermummter Demonstranten mit einer Flasche angegriffen und verletzt. Er wollte die Anarchisten daran hindern, Molotowcoctails gegen die Polizei zu werden. Mehrere TV-Teams wurden von Demonstranten angegriffen.

Scharfe Sicherheitsvorkehrungen
Schärfste Sicherheitsvorkehrungen waren aus Sorge vor Krawallen ergriffen worden. 2.000 Polizisten wurden unter anderem zum Schutz von Banken und anderen Institutionen eingesetzt. Vier U-Bahn-Stationen wurden gesperrt. Die Demonstranten wurden daran gehindert, sich dem Parlament und dem Regierungsgebäude zu nähern. Oppositionschef Pierluigi Bersani verurteilte die Ausschreitungen.

200.000 Personen beteiligt
Rund 200.000 Personen beteiligten sich laut den Organisatoren an der Protestkundgebung in Rom. Es handelt sich um den ersten großen Massenprotest, seitdem die Regierung Berlusconi im September ihr Sparpaket zur Schuldeneindämmung verabschiedet hat. In den letzten Tagen haben soziale Proteste in Italien stark zugenommen. Seit Mittwoch verbringt eine Gruppe von Demonstranten die Nächten in Zelten vor der Notenbank, um gegen die "Vorherrschaft der Finanz" zu protestieren.

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