Occupy-Bewegung von

„Neue französische Revolution“

Pariser Demonstranten leiden unter schlimmsten Verhältnissen

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    Demonstrieren wird zur Qual

    Szenen, die die französische Regierung am liebsten undokumentiert lassen würde.

  • Bild 2 von 24 © Bild: Andreas Edler

    Demonstrieren wird zur Qual

    Ein Opfer der Rangelei liegt am Boden und wird von anderen Demonstranten versorgt.

Die Zeit wird knapp: Nachdem die Pariser Polizei vergangene Woche das Basis-Lager der französischen Occupy-Bewegung gestürmt hatten, sind die Demonstranten nun zum Platz La Défense zurückgekehrt. Nach der gewaltsamen Vertreibung leben die Protestler jetzt unter schlimmsten Bedingungen. Eingekesselt von Polizisten, ohne Zelte und mit kaum Nahrung scheint der Kampf gegen die Missstände eher ein Kampf gegen die Zeit zu werden. NEWS.AT hat einen Blick in das Pariser Lager geworfen.

Der Platz La Défense schien der ideale Platz für die „neue französische Revolution“ zu sein, wie die Protestler ihre Aktion selbst nennen. Friedlich wollte man für eine gerechtere Welt demonstrieren. Doch nach der Räumung des New Yorker Basis-Lagers der Occupy-Wall-Street-Bewegung, wurde vergangene Woche auch das Camp in Paris dem Erdboden gleichgemacht. Nachdem die Demonstranten trotz eines massiven Polizeiaufgebots und unzähliger Sanktionen weiter an Ort und Stelle blieben, half nur noch Gewalt: Mehrere hundert Polizisten stürmten den Platz in Paris modernstem Büroviertel - von Frieden keine Spur.

Kompromisslose Gewalt
Laut der französischen Polizei sollte lediglich der Platz von Müll und Pappkartons „gesäubert werden“. Die Demonstranten sprechen allerdings von „faschistischen Methoden“ und berichten, dass die Einsatzkräfte Essensvorräte und Medizin zerstört haben. Es wird von kompromissloser Gewalt berichtet. Doch so leicht wollen sich die Occupy-Anhänger nicht geschlagen geben und kehrten erneut zurück. Rückschläge sind die Menschen dort bereits gewohnt: Bereits im Vorfeld der Aktion lebten die Demonstranten unter unwürdigen Verhältnissen.

Unmenschliche Bedingungen
Doch nach der Rückkehr ist es noch schlimmer geworden: Während es immer kälter in Paris wird, müssen die Demonstranten jetzt unter freiem Himmel schlafen. Die Polizei untersagt den Demonstranten das Aufstellen von Zelten. Auch Lebensmittel und Kerzen sind verboten, Journalisten zwangsweise geduldet, keineswegs jedoch erwünscht. Zu groß ist die Angst, Bilder von den Missständen könnten weltweit in den Medien landen. Rucksäcke werden kontrolliert und die Ordnungskräfte stehen Tag und Nacht bedrohlich vor dem Camp. Auch die Versorgung wurde weitgehend gekappt: Die Bewohner des Lagers bauen sich behelfsmäßige Kochgeräte und sind auf Essensspenden der Geschäftsleute innerhalb von La Défense angewiesen. Auch die Gewalt nimmt kein Ende: Immer wieder kommt es zu Rangeleien und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Bereits mehrere Demonstranten erlitten dabei Verletzungen und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Auf Pappkartons werden ihre Forderungen geschrieben – es geht wie auch in New York um den Wunsch nach einer gerechteren Welt, dem Ende der finanziellen Missstände. Doch während sich in den USA und in Spanien Tausende der Bewegung angeschlossen haben, wirkt der französische Ableger eher mickrig: Knapp 50 Menschen trotzen den widrigen Umständen. Zu Beginn seien zwar deutlich mehr Menschen vor Ort gewesen, allerdings haben diese nach den ersten Attacken der Polizei das Lager fluchtartig verlassen, beklagen sich die Initiatoren. Zu groß war die Angst vor weiterer Gewalt.

Zwar will der harte Kern nicht aufgeben, doch sobald der erste Schnee fällt, dürften die Zustände bald nicht mehr auszuhalten sein. So wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Staatsgewalt Oberhand gewinnt und ein weiterer Protest zu Ende geht.

Kommentare

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Occupy Die französische Revolution hatte damals auch klein begonnen, am Schluß hat sich das Volk von seinen Peinigern befreit. Kommt alles wieder, nur eine Frage der Zeit.

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Re: Occupy Du bist ein weitsichtiger DU
Stehender Beifall!!!!

pssst sags niemandem weiter sonst sperren\'s dich noch ein

Was soll man da noch sagen? Mittlerweile müsste dem größten Blitzkneisser bekannt sein dass eine Änderung im System von den Mächtigen nicht gewollt ist. Anstatt mit den Demonstranten zu kommunizieren lässt man sie vor den Toren verrotten. Soweit haben wir es gebracht in unserer ach so tollen Gesellschaft, deswegen hier ein Lied von der EAV welches die Wahrehit über uns nicht besser treffen könnte:

http://www.youtube.com/watch?v=7IlUCJfl79M

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