Obama baut Vorsprung weiter aus: Liegt
in vier Republikaner-Staaten vor McCain

McCain gibt nicht auf: Verschärfte Wahlkampfrhetorik Unterschiedliche Umfragen sehen jeweils Obama vorn

Obama baut Vorsprung weiter aus: Liegt
in vier Republikaner-Staaten vor McCain © Bild: APA/EPA

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama baut seinen Vorsprung vor dem Republikaner John McCain weiter aus. Weniger als zwei Wochen vor der Wahl lag der Senator aus Illinois in einer aktuellen Umfrage von Reuters, C-Span und Zogby zwölf Prozentpunkte vorne. Obama habe seien Vorsprung in fast allen Teilen der Bevölkerung ausgebaut, sagte der Meinungsforscher John Zogby zu der Erhebung. In anderen Umfragen liegt Obama ebenfalls vor seinem Kollegen aus Arizona in Führung, jedoch nicht so deutlich.

Obama liegt laut einer Umfrage des US-Nachrichtensenders CNN auch in vier US-Staaten vorne, die bei der vergangenen Wahl 2004 noch an die Republikaner gingen. Laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des US-Nachrichtensenders CNN hält er McCain in Nevada, North Carolina, Ohio und Virginia auf Abstand. Die vier Staaten, die zusammen 53 Wahlmänner zu vergeben haben, hatten 2004 alle für George W. Bush gestimmt.

In Nevada sagte die Umfrage Obama einen Vorsprung von fünf bis 13 Prozentpunkten voraus, in North Carolina sowie Ohio vier bis sieben Punkten. In Virginia liegt der Senator von Illinois demnach sieben bis zwölf Punkte in Führung. Auf nationaler Ebene lag Obama in allen Umfragen der vergangenen Tage deutlich vorne.

McCain gibt nicht auf
McCain hat das Rennen ums Weiße Haus allerdings noch lange nicht aufgegeben. Ungerührt verschärfte der republikanische Präsidentschaftskandidat neuerlich die Wahlkampfrhetorik und warf seinem demokratischen Rivalen sozialistische Umverteilungspolitik vor.

"Offenbar soll es nach Ansicht meines Gegners eine strikte Grenze für Ihr Einkommen geben, und das bestimmen die Politiker", sagte McCain auf einer Kundgebung in New Hampshire, wo die Anti-Steuer-Stimmung traditionell sehr verbreitet ist. Anschließend führte er diese Linie in Ohio fort, wo er an der Seite seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin dazu aufrief, genau auf die Worte Obamas zu achten, "weil er seine wirkliche Agenda verbirgt, Ihr hart verdientes Geld umzuverteilen".

Obama auf Konterkurs
In Virginia konterte Obama: "Das ist nicht ein sehr plausibles Argument." Er erinnerte daran, dass McCain zunächst ebenfalls die Steuerkürzungen von Präsident George W. Bush abgelehnt habe und fragte: "War John McCain also damals im Jahr 2000 ein Sozialist?"

Obama wurde in Indianapolis erwartet, bevor er den Wahlkampf für einen Besuch bei seiner kranken Großmutter unterbrechen wollte. Sein "Running Mate" Joe Biden tourt derweil durch North Carolina, einem traditionell republikanisch wählenden Staat, in dem sich die Demokraten diesmal Hoffnungen auf die Mehrheit machen. Der Wahlkampfkalender McCains sieht Auftritte in Florida vor, während Palin in Ohio und Pennsylvania unterwegs ist. (apa/red)