Obama als Präsident in Amt und Würden: Welt hofft auf einen Neuanfang in den USA

Faymann wünscht sich Hilfe für Weltwirtschaft Iran erhofft Ende der diplomatischen Eiszeit

Von London über Wien bis Teheran und Bangkok setzen Politiker aus aller Welt enorme Hoffnungen in den neuen US-Präsidenten Barack Obama. Bundeskanzler Werner Faymann hofft, dass Obama der Weltwirtschaft auf die Beine hilft. Würden engagierte und mutige Maßnahmen gesetzt, hätte das einen "riesigen Effekt" für Europa und damit auch für Österreich. Wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel erwartet auch er eine bessere Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung. Merkel sprach von einer "wirklich großen Stunde". Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy erklärte, er könne kaum erwarten, dass sich mit Obama "die Welt ändert".

Die britische Queen Elizabeth II., die mit Obama bereits den 12. US- Präsidenten in ihrer Amtszeit erlebt, wünschte ihm alles Gute für die vor ihm liegenden Herausforderungen wie die tiefe Wirtschafts-und Finanzkrise. Für den israelischen Präsidenten Shimon Peres ist die Amtseinführung von Obama ein "großer Tag für die ganze Welt". Der Iran hofft unterdessen auf ein Ende der seit rund 30 Jahren andauernden diplomatischen Eiszeit mit den USA.

Bundespräsident Heinz Fischer erinnerte am Dienstag daran, dass Obama sein Amt zu einer Zeit großer weltpolitischer Herausforderungen antrete. "Die Führungskraft Obamas wird auch für die Beziehungen zwischen den USA und Europa sowie für eine friedliche und positive Entwicklung der Internationalen Gemeinschaft von sehr großer Bedeutung sein", hieß es in einer Aussendung zur Vereidigung des neuen US- Präsidenten.

Neuer Geist der Kooperation
Merkel beschwor einen neuen Geist der Kooperation: "Ich hoffe, dass unsere Zusammenarbeit dadurch geprägt ist, dass man einander zuhört, Entscheidungen auf der Grundlage trifft, dass nur ein Land alleine die Probleme der Welt nicht lösen kann, sondern dass wir das nur gemeinsam miteinander schaffen." Sie fügte hinzu: "In diesem Geist werde ich ihm auch begegnen."

Nach Ansicht Faymanns solle man auch die Rolle der neuen Außenministerin Hillary Clinton nicht unterschätzen. Mit ihr werde ein neuer partnerschaftlicher Weg in der Außenpolitik eingeschlagen. Bundespräsident Fischer unterstrich, dass "Österreich sehr daran interessiert ist, die traditionell engen und freundschaftlichen Bande zwischen den USA und unserem Land in Zukunft weiter auszubauen".

Der französische Präsident Sarkozy sagte vor Journalisten bei Paris, er könne es kaum erwarten, dass sich der neue US-Präsident "an die Arbeit macht und sich mit ihm die Welt verändert". Großbritanniens Premier Gordon Brown bot Obama eine enge Kooperation an. "Großbritannien steht bei den zahlreichen internationalen Herausforderungen, die vor uns liegen, für eine enge Zusammenarbeit mit der US-Regierung bereit", zitierte ein Downing-Street-Sprecher aus einem Brief Browns an Obama. Obamas erster Besuch in London wird zum G-20-Wirtschaftsgipfel Anfang April erwartet.

Papst erinnert an weltweite Armut
Papst Benedikt XVI. hat Obama in einem Telegramm daran erinnert, "dass in unserer Zeit viele unserer Brüder und Schwestern auf der Welt die Befreiung von der Armut, dem Hunger und der Gewalt ersehnen". Er bete dafür, dass es Obama gelingen werde, "sich für "Verständnis, Kooperation und Frieden unter den Nationen" einzusetzen.

Israels Präsident Peres sagte, mit Obamas Amtseinführung werde einer der größten Fehler der Geschichte, nämlich die Sklaverei, korrigiert. "Ich bete hier, dass Barack Obama ein großer Präsident der Vereinigten Staaten wird." Als großer Präsident müsse er für Frieden und gegen Terror kämpfen, die Umwelt verbessern und der jungen Generation eine bessere Zukunft bieten. Alle hofften, dass Obama mit gutem Willen und Dialog eine friedliche Lösung für alle betroffenen Parteien im Nahen Osten bringen könne.

Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki erklärte: "Wenn Obama den richtigen Weg wählt und die Vergangenheit hinter sich lässt, Feindschaft und Hegemoniestreben beendet und frühere politische Fehler nicht wiederholt, wird es keine Feindschaft geben." Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte zuvor gesagt, falls der von Obama ausgerufene Wandel stattfinde und eine Annäherung auf Respekt und Freundschaft basiere, "würden wir das sehr begrüßen". In den vergangenen Jahren war der Ton zwischen Washington und Teheran wegen des Streits um das iranische Atomprogramm deutlich schärfer geworden.

(apa/red)