Obama wagt sich ans nächste heißes Eisen:
Neuer Präsident will Atomwaffen reduzieren

Bestand der Sprengköpfe auf 80 Prozent reduzieren Russland zeigt sich sehr erfreut über "frisches Signal"

Obama wagt sich ans nächste heißes Eisen:
Neuer Präsident will Atomwaffen reduzieren © Bild: Reuters/Larry Downing

US-Präsident Barack Obama strebt laut Zeitungsberichten Abrüstungsgespräche mit Russland über eine deutliche Verkleinerung des Atomwaffenarsenals an. Ziel Obamas sei es, die Zahl der atomaren Sprengköpfe auf beiden Seiten um rund 80 Prozent auf jeweils 1.000 zu reduzieren.

Obama hatte eine Reduzierung von Atomwaffen als ein Ziel seiner Präsidentschaft ausgegeben. Er wolle Gespräche mit Moskau aufnehmen, um ein Nachfolgeabkommen für den auslaufenden Start-Abrüstungsvertrag zu finden, berichteten die britischen Zeitungen "The Times" und "Daily Mail" unter Berufung auf US-Regierungskreise. Russland begrüßte die Entwicklung umgehend und ausdrücklich. "Der Vorschlag und die Pläne von Präsident Obama sind ein sehr wichtiges und frisches Signal", sagte der russische Vize-Außenminister Grigori Karassin nach Angaben der Agentur Interfax. In Moskau hieß es allerdings, bisher seien noch keine konkreten Offerte aus Washington eingetroffen.

Forderung der IAEO
Die angeblichen Pläne Obamas decken sich mit Forderungen des Chefs der Internationalen Atomenergie-Organisation, Mohammed El-Baradei. "Das Ziel für die Anfangsphase könnte sein, dass beide Seiten ihre Arsenale nachprüfbar auf 1000 oder sogar 500 Sprengköpfe verringern", schrieb El-Baradei in einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung". Zudem müssten der Atomwaffenteststopp-Vertrag in Kraft gesetzt und Verhandlungen über einen Vertrag begonnen werden, der nachprüfbar die Produktion von spaltbarem Material für Atomwaffen untersagt.

Unterdessen präsentierte auch der britische Außenminister David Miliband seine Vorstellungen für eine weltweite Reduzierung von Atomwaffen. Neben neuen Verhandlungen zwischen den USA und Russland müssten auch andere Atommächte wie Großbritannien daran arbeiten, ihr eigenes Arsenal auf ein "absolutes Minimum" zu reduzieren, hieß es in einem am Mittwoch bekanntgewordenen Papier.
(apa/red)