Obama erhöht den Druck auf Autokonzerne:
GM-Boss Rick Wagoner musste zurücktreten

Sanierungsplan von GM & Chrysler wurde abgelehnt Hilfsangebot der Regierung gilt nur mehr für 60 Tage

Obama erhöht den Druck auf Autokonzerne:
GM-Boss Rick Wagoner musste zurücktreten © Bild: Reuters/Cook

Bei der Krise um die maroden US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler setzt die Regierung in Washington auf Härte. US-Präsident Barack Obama stellte den beiden Konzernen in einer Rede eine letzte Frist zur Vorlage tragfähiger Sanierungskonzepte, andernfalls müsse ein kontrolliertes Insolvenzverfahren eingeleitet werden. Auf Druck der Regierung erklärte der langjährige GM-Chef Rick Wagoner seinen Rücktritt.

Obama gab dem früheren Branchenführer General Motors 60 Tage Zeit, um "einen besseren Geschäftsplan" vorzulegen. Dem Chrysler-Konzern räumte er 30 Tage ein, um die Verhandlungen über einen Einstieg des italienischen Autobauers Fiat abzuschließen. Die bisher von den beiden Unternehmen vorgelegten Sanierungspläne gingen "nicht weit genug", um den Einsatz weiterer Steuergelder zu rechtfertigen, kritisierte Obama.

Die Einleitung von Insolvenzverfahren wollte Obama ausdrücklich nicht ausschließen. Beide Konzerne benötigten einen "Neubeginn", sagte er. "Dies könnte bedeuten, dass wir unser Konkursrecht nutzen, um eine schnelle Umstrukturierung zu unterstützen". Auf Arbeitnehmer, Gläubiger und Anteilseigner kämen "schmerzhafte Zugeständnisse" zu.

GM und Chrysler hatten bereits im Dezember 17,4 Mrd. Dollar (13,2 Mrd. Euro) Hilfe vom Staat bekommen. GM will mindestens 16,6 Mrd. Dollar mehr, um sein Überleben zu sichern. Obama ließ offen, ob GM weitere Milliardenspritzen über die 60-Tage-Frist hinaus bekommt. Für Chrysler stellte er weitere 6 Mrd. Dollar in Aussicht, falls der Einstieg des italienischen Autobauers Fiat binnen 30 Tagen perfekt sein sollte.

(apa/red)