Obama zieht Bilanz über erstes Amtsjahr:
"Viele Versprechen wurden eingehalten"

Bevölkerung ist mit Amtsführung weniger zufrieden Zentrale Errungenschaft war Bewältigung der Krise

Obama zieht Bilanz über erstes Amtsjahr:
"Viele Versprechen wurden eingehalten" © Bild: Reuters

Nach deutlich gesunkenen Popularitätswerten hat US-Präsident Barack Obama die politischen Leistungen seines ersten Amtsjahres verteidigt. "Wenn man eine Checkliste aller Versprechen zur Hand hätte, sind viele dieser Versprechen eingehalten worden", sagte Obama in einem Interview der "Washington Post".

Nach einer vor wenigen Tage veröffentlichten Erhebung des "Wall Street Journal" mit dem US-Fernsehsender NBC finden nur noch 47 Prozent der Amerikaner, dass ihr Präsident einen guten Job macht. Meinungsforscher sprachen von einer erdrutschartigen Entwicklung: Bei seiner Amtsübernahme vor knapp einem Jahr hatte Obama noch die Unterstützung von 60 Prozent der US-Bürger. Unzufriedenheit herrscht bei 51 Prozent der Befragten vor allem über die Konjunktur - aber auch über die umstrittene Gesundheitsreform.

Krisenhandling als Erfolgsfaktor
Als wichtigste Errungenschaft bezeichnete es Obama, dass das Finanzsystem vor dem Zusammenbruch gerettet wurde. Trotz der zahlreichen Kompromisse beim Ringen um die Gesundheitsreform - sein wichtigstes innenpolitisches Projekt - zeigte er sich sehr zufrieden über das erreichte. "Jeder einzelne Reformpunkt, den ich vorgeschlagen habe, ist in dem Entwurf" des Senats, über den am Heiligen Abend endgültig abgestimmt werden soll. Er sei "sehr begeistert von dem, was wir erreicht haben".

Manche Historiker bewerten die Leistungen des Präsidenten zurückhaltender. Wie seinerzeit Präsident Bill Clinton mache er "aus kleinen Dingen eine große Sache", wenn Obama etwa die weniger prominenten Gesetze betone, sagte David Kennedy der "Washington Post". Das milliardenschwere Konjunkturprogramm zeige allerdings, dass der Präsident und der Kongress einiges aus der Wirtschaftskrise der 30er Jahre gelernt hätten.

(apa/red)