"Oba-Mania" beim NATO-Jubiläumsgipfel: Präsident steht Schülern Rede und Antwort

Zuvor "Meet und Greet" mit Amtskollegen Sarkozy PLUS: Heftige Krawalle & Ausschreitungen beim Gipfel

"Oba-Mania" beim NATO-Jubiläumsgipfel: Präsident steht Schülern Rede und Antwort © Bild: Reuters/Platiau

US-Präsident Barack Obama hat bei seinem ersten Frankreich-Besuch die Herzen zahlreicher Straßburger erobert: Bevor er vom französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy im Palais Rohan empfangen wurde, nahm er ein kurzes Bad in der Menge. Mit breitem Lächeln ließ er sich dabei von einer Zuschauerin auf die Wange küssen. "Super, unglaublich", jubelte die junge Frau. Anschließend stand er jungen Menschen Rede und Antwort.

Obama strebe eine Welt ohne Atomwaffen an. Er werde dazu beim Gipfeltreffen der EU und der USA in Prag einen Fahrplan vorlegen, sagte Obama in Straßburg in einer Versammlung mit mehreren tausend Schülern. "Dieses Wochenende in Prag werde ich eine Tagesordnung vorlegen, um das Ziel einer Welt ohne Nuklearwaffen zu verfolgen", sagte Obama zu den Jugendlichen. In Prag findet nach dem NATO-Gipfel der EU-USA-Gipfel statt.

Beziehung USA-Russland
Obama sagte weiters, es gebe "großes Potenzial für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Russland". "In manchen Fällen haben wir gemeinsame Interessen, aber wir haben auch einige Meinungsunterschiede in Schlüsselfragen." Der US-Präsident erinnerte an den russischen Einmarsch in Georgien: "Ich denke, wir sollten einen Dialog darüber führen, wie wir die Stabilität wahren und gleichzeitig die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit aller Staaten in Europa - im Westen, Osten, in der Mitte oder wo auch immer - wahren." Trotz französischer Bemühungen um einen Waffenstillstand in Georgien "haben wir noch keine Stabilisierung der Lage gesehen".

Neue NATO-Strategie
Der Gipfel soll den Grundstein für eine neue NATO-Strategie legen. Zentrales Thema ist der Einsatz in Afghanistan. Mit Spannung wird erwartet, ob die Allianz den Streit um die Kandidatur des dänischen Regierungschefs Anders Fogh Rasmussen für den Posten des Generalsekretärs beilegen kann. Vorbehalte kommen vom NATO-Mitglied Türkei. Diese wollen eine Entscheidung über die Kandidatur vertagen.

Heftige Ausschreitungen
Bei Krawallen im Vorfeld des NATO-Gipfels sind in Straßburg rund 300 Demonstranten vorübergehend festgenommen worden. Von ihnen seien 105 in Gewahrsam genommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur ddp wurde bei den Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten verletzt. Er sei von einem Gummigeschoß in den Bauch getroffen und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Agentur mit. Weitere Verletzte gab es nach Polizeiangaben nicht.

Großkundgebung
Für Samstag rechnen die deutschen Behörden mit bis zu 25.000 Teilnehmern zu Protestaktionen in Baden-Baden und Kehl. In Straßburg werden 30.000 bis 40.000 NATO-Gegner erwartet. Rund 15.000 deutsche und 9.000 französische Polizisten wurden bereitgestellt, um die Sicherheit der Staats- und Regierungschefs zu gewährleisten.

(apa/red)

Kommentare

Was heißt hier \"STRATEGIE\"??? was ist eigentlich mit den "leuten",die für die so genannten "kollataralschäden" im irak,afghanistan oder ehemaligen jugoslawien verantwortlich sind? oder mit denjenigen,die für die destabilisierung des iraks verantwortlich sind?...sollen sich doch gegenseitig umbringen die araber (unschuldige frauen,männer und kleinkinder inclusive)!Wurde einer von denen angeklagt?...ich finde gewalt generell nicht ok,aber jetzt den kleinen demonstranten zu kriminalisieren und über diese massenmörder das mäntelchen des schweigens zu legen,das finde ich schon irgendwie pervers!

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