O'Grady gewinnt die "Hölle des Nordens": Australier triumphiert bei Paris - Roubaix

Überlegener Solosieg vor Flecha und Wesemann Österreichische Radprofis landen nicht im Vorderfeld

O'Grady gewinnt die "Hölle des Nordens": Australier triumphiert bei Paris - Roubaix

Stuart O'Grady hat bei der 105. Auflage des Rad-Klassikers Paris-Roubaix einen Solosieg gefeiert. Der Teamkollege des Vorjahrs-Gewinners Fabian Cancellara (SUI) im CSC-Rennstall setzte sich in der "Hölle des Nordens" nach 259,5 Kilometern (davon 52,7 auf 28 Abschnitten über Kopfsteinpflaster) als erster Australier durch. Bei seiner Alleinfahrt auf den letzten 25 Kilometern distanzierte O'Grady die erste, von Juan Antonio Flecha (ESP) und Steffen Wesemann (SUI) angeführte Verfolgergruppe um rund 50 Sekunden.

Der 33-jährige O'Grady war schon in der ersten bedeutenden Spitzengruppe ab Kilometer 30 präsent gewesen und feierte nach Etappensiegen bei der Tour de France (9 Tage im Gelben Trikot) und dem Bahn-Olympiasieg 2004 seinen wichtigsten Sieg in einem Eintagesrennen. Cancellara war 32 Kilometer vor dem Ziel nach einer Tempoverschärfung von Tom Boonen aus der zweiten Verfolgergruppe zurückgefallen. Doch auch der Belgier Boonen, der Gewinner von 2005, kam nach seiner Attacke 17 Kilometer vor dem Ziel nur noch an die Verfolger O'Gradys heran und wurde Sechster.

Peter Wrolich (Gerolsteiner) hatte im Ziel zwei große, aufgescheuerte Stellen an der Hand und war durch den Staub gezeichnet. "Das war so, als ob ich vier Packungen Zigaretten geraucht hätte", sagte der Kärntner, der mit einer Gruppe vor Bernhard Eisel (nicht unter den Top 25) ins Ziel kam. Der Vorjahres-Fünfte Eisel hatte in der Anfangsphase zwei Defekte und einen Sturz verzeichnet und fiel im Finale zurück.

Sommerliche Temperaturen und trockener Untergrund machten das von hunderttausenden Zuschauern verfolgte Rennen nicht leichter. "Bei diesen Bedingungen sieht man in den Staubwolken nicht viel, keine Schlaglöcher und nicht die schlimmsten Steine. Regen ist mir fast lieber, dann wird auch langsamer gefahren", hatte Boonen nach einer Trainingsrunde am Samstag gesagt.

Ergebnisse:
1. Stuart O'Grady (AUS) CSC 6:09:07 Std. (Schnitt: 42,181 km/h)
2. Juan Antonio Flecha (ESP) Rabobank + 52 Sek.
3. Steffen Wesemann (SUI) Wiesenhof-Felt 52
4. Bjorn Leukemans (BEL) Predictor-Lotto 53
5. Roberto Petito (ITA) Liquigas 53
6. Tom Boonen (BEL) Quickstep 55
7. Roger Hammond (GBR) T-Mobile 55
8. Enrico Franzoi (ITA) Lampre 56
9. Kevin Van Impe (BEL) Quickstep-Innergetic 1:24 Min.
10. Fabio Baldato (ITA) Lampre-Fondital 2:27.
Weiter:
19. Fabian Cancellara (SUI) CSC 2:38
49. Peter Wrolich (AUT) Gerolsteiner 9:39
65. Bernhard Eisel (AUT) T-Mobile 12:21.
Aufgegeben u.a.: Rene Haselbacher (AUT) Astana

(apa/red)