Woraus Nutella
wirklich besteht

Und in welchen Lebensmitteln das zerstörerische Palmöl sonst noch enthalten ist

Dass die Lebensmittelindustrie die Konsumenten gern mit Halbwahrheiten verführt, ist nichts Neues. Und dennoch lässt uns ein gelegentlicher Blick auf die Zutatenliste den kalten Schauer über den Rücken laufen. So etwa bei Nutella. Mit dem Wissen um die Zutaten vergeht einem regelrecht der Appetit. Doch Nutella ist, wie Sie vermutlich schon geahnt haben, nicht der einzige Übeltäter in Sachen Gesundheit und Umwelt. Ja, Umwelt. Stichwort Palmöl. Woraus Nutella wirklich besteht und in welchen Lebensmittel Palmöl sonst noch steckt. Sie werden staunen!

von Nutella © Bild: iStockphoto.com

Wie ein auf "reddit.com" veröffentlichtes Bild veranschaulicht, besteht Nutella zu etwa zwei Drittel aus Zucker und einem Drittel aus Fett. Mahlzeit! Der hohe Anteil an Zucker lässt unseren Blutzucker in die Höhe schnellen und ebenso rasch wieder abfallen. Das macht uns nicht nur bald wieder hungrig, sondern auch müde. Keine gute Voraussetzung, wenn der Morgen den Tag machen soll, wie der Werbeslogan verlautbart.

Abgesehen davon stecken in 100 Gramm Nutella laut "stern.de" 500 Kalorien. Der Tagesbedarf bei 25- bis 40-Jährigen beträgt für Frauen rund 1.900 und für Männer rund 2.400 Kalorien. Ein kleines Glas Nutella liefert bereits 2.250 Kalorien. Doch zurück zu den Zutaten. Abgesehen von Zucker enthält die Schokocreme auch Haselnüsse, Kakao, Magermilchpulver ... und Palmöl.

Nutella
© iStockphoto.com Lecker? Nicht, wenn man weiß, was alles drinnen steckt

Die vielen Vorteile des Palmöls ...

Palmöl hat viele Vorteile: Es sorgt für eine feste Konsistenz und längere Haltbarkeit diverser Lebensmittel. Gleichzeitig haben wir es ihm zu verdanken haben, dass die Schokolade (erst) im Mund angenehm dahinschmilzt. Es kann schnell und billig hergestellt werden, ist leicht zu verarbeiten und obendrein geschmacksneutral. Diese Vorteile wiegen aber keinesfalls den Schaden auf, den die Palmölindustrie heute anrichtet.

... und was die Industrie alles anrichtet

Um möglichst viele Ölpalmen anbauen zu können, wird einst unberührter Regenwald abgeholzt. Was zurückbleibt, wird verbrannt. Das treibt nicht nur den Klimawandel und das Artensterben voran. Auch bei der ansässigen Bevölkerung hinterlässt diese Vorgehensweise tiefe Spuren, wie das Magazin "Konsument" berichtet. Die Ölpalmen brauchen Wasser. Also werden künstliche Bewässerungssysteme angelegt. Das Wasser reicht aber nicht für alle. Und die Bauern ziehen den Kürzeren.

Gerodeter Regenwald
© Shutterstock.com Der Regenwald muss den Ölpalmen weichen

Ohne Wasser kein Ertrag. Und ohne Ertrag keine Lebensgrundlage. Was wiederum viele Bauern dazu zwingt, für einen Hungerlohn auf jenen Plantagen zu arbeiten, denen sie die Misere überhaupt erst zu verdanken haben. So viel also zu den Schattenseiten des Palmöls. Die uns aber nicht daran hindern, dessen Produktion zu unterstützen. Nicht mit Absicht! Denn vielen von uns ist gar nicht bewusst, in wo Palmöl überall drin steckt. Das Magazin "Konsument" gibt einen Überblick:

* aus Großbäckereien

Die Grafik zeigt nur einige der mit Palmöl versetzten Lebensmittel. Betroffen sein können auch Knabbereien wie Nüsse, Bonbons, Tiefkühlpommes, Tiefkühlpizza, diverse andere Fertiggerichte, Instantprodukte wie Getränkepulver und viele mehr. Dann wären da noch Pflegeprodukte wie Cremes und Kosmetika, Beautyprodukte wie Lippenstifte und Hygieneprodukte wie Wasch- und Reinigungsmittel. Auch Kerzen und Kraftstoff beinhalten Palmöl.

Was können wir tun?

Die Lösung scheint simpel: Produkte meiden, die Palmöl enthalten. Dass das schwieriger ist als im ersten Moment gedacht, wird uns spätestens beim Studieren der Inhaltsstoffe während unseres nächsten Supermarkbesuchs bewusst. Schwierig, aber nicht unmöglich. Wie "Konsument" aufzeigt, gibt es mitunter palmölfreie Alternativen. So kann man etwa zu Schnitten von Loacker statt zu Mannerschnitten und zu Cashews von Alnatura statt zu jenen von Ültje greifen.

Selber kochen anstatt auf Fertigprodukte setzen ist ein weiterer heißer Tipp. Schließlich gibt es auch schon einige Unternehmen, die die Einhaltung bestimmter Standards garantieren. Hoffen wir also, dass sich dieser Trend durchsetzt. Und in der Zwischenzeit heißt es: Bewusst einkaufen.

Kommentare

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Vor Monaten schon hab ich nach einem Blätterteig ohne Palmöl gesucht, aber die sind alle ausgestorben. Die Umstellung von Ferrero auf Palmöl ist erst einige Jahre her, und heute findet man im Supermarkt kaum noch Lebensmittel ohne Palmöl. Verbesserte Rezeptur halt, haha.

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Vor 5 Jahren hat Nutella noch anders geschmeckt, und wer heute ein Glas Nutella im warmen länger stehen lässt, hat dieses grauslig riechende Fett oben auf schwimmen. Na Mahlzeit! Ich hab meinen Ferrerokonsum leider fast ganz aufgegeben. Schade...

Und wieder mal: Korrekturlesen wäre sehr nett! Die Fehler in diesem Text sind quälend. Um nur ein einziges Beispiel zu nenen: "Kekse und Waffen".

Vermeidet Palmöl, Palmöl ist schlimm !

Herzlichst, Ihre Maiskeimölindustrie.

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