Nur Soldaten aus wohlgesonnenen Ländern:
Israel stellt Bedingungen für Friedenstruppe

Keine Staaten ohne diplomatische Beziehungen Jerusalem gegen Beteiligung moslemischer Länder

Israel will nur solche Länder als Mitglied der UNO-Friedenstruppe im Libanon akzeptieren, die auch diplomatische Beziehungen zu dem jüdischen Staat unterhalten. "Es wäre schwierig, wenn nicht unbegreiflich, dass Israel Truppen aus Ländern akzeptiert, die Israel nicht anerkennen", sagte der israelische Botschafter bei der UNO, Dan Gillerman, am Freitag dem Radiosender BBC.

Israel wäre sehr "froh" darüber, wenn sich moslemische Staaten, mit denen es gute Beziehungen unterhalte, an der UNO-Friedenstruppe UNIFIL beteiligten. Es wäre jedoch "ein wenig naiv", von "einem Land, das Israel nicht anerkennt, zu erwarten, das es für die Sicherheit Israels sorgt."

Die UNIFIL, die derzeit 2000 Mann zählt, soll zur Sicherung der libanesisch-israelischen Grenze auf 15.000 Soldaten ausgebaut werden. Auch Indonesien und Malaysia haben die Entsendung von Soldaten angeboten, beide islamisch geprägte Staaten erkennen allerdings Israel nicht an.

Libanons Armee seit Jahrzehnten wieder an Israels Grenze
Erstmals seit drei Jahrzehnten hat sich die libanesische Armee an der Grenze zu Israel aufgestellt. Die Truppen hätten ihre Position am ungenutzten Übergang Fatima im Südosten eingenommen, sagte ein ranghoher Militärvertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Erste französische Soldaten im Libanon angekommen
Die ersten französischen Soldaten zur Verstärkung der UN-Friedenstruppe sind im Libanon eingetroffen. Etwa 50 Soldaten kamen mit einem Transportschiff im Hafen von Nakura im Südlibanon an, wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete. Frankreich ist damit das erste Land, das seine Zusage umsetzte. Insgesamt gehören einer von Paris zugesagten Vorhut 200 Soldaten an, die im Libanon erwartet werden.

USA: Aussagen Frankreichs zu UN-Truppe nicht endgültig
Nach Einschätzung der US-Regierung könnte Frankreich sein Angebot für einen Beitrag zur UNO-Truppe nachbessern. Die Regierung in Paris prüfe noch die von den Vereinten Nationen ausgearbeiteten Bestimmungen zu den Befugnissen der Soldaten, sagte US-Außenamtssprecher Tom Casey. "Wenn sie das getan haben, werden sie nach meiner Überzeugung mit einer umfassenderen und abschließenden Aussage über ihren endgültigen Beitrag zurückkommen", sagte er.

Frankreich hat angekündigt, 200 zusätzliche Soldaten zur Aufstockung der Blauhelmtruppe UNIFIL im Südlibanon beizusteuern. Die unerwartet geringe Zahl war bei einer Truppenstellerkonferenz am Donnerstag auf Überraschung gestoßen. Frankreich kritisiert das geplante Mandat der Truppe als nicht robust genug.

Der stellvertretende UNO-Generalsekretär Mark Malloch Brown begrüßte die Truppenzusagen Italiens und Finnlands sowie der moslemischen Länder Indonesien, Malaysia und Bangladesch. Vor allem die europäischen Staaten rief er auf, von Anfang an Truppen beizusteuern. Die Mission müsse das Vertrauen beider Konfliktparteien haben, betonte Brown.

(apa/red)