Nur noch zweimal neunzig Minuten zittern:
Sturm Graz hat den Titel zum Greifen nahe

Wiener Neustadt und Wacker als Restprogramm Foda: "Ab jetzt ist jedes Spiel ein Herzschlagfinale"

Nur noch zweimal neunzig Minuten zittern:
Sturm Graz hat den Titel zum Greifen nahe © Bild: GEPA/Luger

90 Minuten in Wr. Neustadt, 90 Minuten zu Hause gegen Wacker Innsbruck. Sollte Sturm Graz auch die beiden letzten Runden erfolgreich überstehen, wäre dem Sensationsteam aus der Steiermark der dritte Meistertitel der Clubgeschichte sicher. Mit zwei Siegen gegen die beiden Mittelständler haben es die Grazer selbst in der Hand. Auf andere Rechenspiele wollte sich Trainer Franco Foda auch gar nicht einlassen.

"Wir müssen sechs Punkte holen, dann kann uns niemand mehr den Titel wegnehmen", betonte Foda nach einem 2:0-Sieg gegen Fixabsteiger LASK, bei dem seine Equipe nur phasenweise überzeugt hatte. Die Entscheidung im Titelrennen werde erst in der letzten Runde am 25. Mai fallen, glaubt der Deutsche. Dann empfangen die Grazer Wacker Innsbruck, Titelverteidiger Salzburg gastiert bei der Wiener Austria, die ebenfalls nur zwei Punkte zurück liegt.

Davor müssen die Grazer mit Wr. Neustadt noch bei einem der drei besten Heimteams der Liga (punktegleich mit Salzburg und Ried) bestehen. Sturm ist aber nicht nur seit fünf Spielen ungeschlagen, sondern hat in dieser Phase auch nur ein Gegentor erhalten - beim 1:1 im Schlager bei der Austria nach Abseitsstellung durch Roland Linz. Der Austria-Goalgetter liegt mit Sturms Roman Kienast mit 19 Treffern in der Schützenliste gleichauf an der Spitze.

Kienast würde sich neben dem Meistertitel auch nur zu gerne die Torjägerkrone aufsetzen, war er doch nach mäßig erfolgreichen Auslands-Engagements in Norwegen und Schweden bereits abgeschrieben gewesen. "Der Meistertitel wäre mir aber lieber. Wir wollen die Schale in die Höhe heben", versicherte der 27-Jährige, der auch beim LASK trotz mäßiger Leistung getroffen hatte.

Muratovic zu Kapfenberg?
Matchwinner war aber Routinier Samir Muratovic mit einem Tor und einem Assist - ausgerechnet Muratovic, der den Club im Sommer nach vier Jahren verlassen dürfte. Eine Vertragsverlängerung mit dem 35-jährigen Bosnier scheint Sturm zu teuer, dieser könnte stattdessen zum Lokalrivalen Kapfenberg wechseln. "Kapfenberg ist eine gute Möglichkeit. Es ist aber noch nichts entschieden", versicherte Muratovic, der 2004 schon mit dem GAK Meister war.

Foda hat sich an den Aderlass an wichtigen Spielern mittlerweile gewöhnt. "In Graz ist es immer so, dass man viele Spieler abgeben muss. Speziell die Spieler, die viel wert sind", erinnerte der seit 2006 als Chefcoach tätige Ex-Verteidiger an das enge finanzielle Korsett. "Das ist eine Rahmenbedingung, mit der ich leben muss", sagte Foda. "Es ist mein Job, mit den Spielern, die ich habe, das Maximum herauszuholen." Es gelingt ihm immer wieder.

LASK-Trainer Walter Schachner stempelte die Grazer aufgrund des schaffbaren Restprogrammes bereits zum "Fast-Meister" - ein Ausdruck, der den nüchternen Sturm-Trainer zusammenzucken lässt. "Es gibt noch zwei Spiele zu absolvieren", betonte Foda. Der Sieg beim LASK sei lediglich ein "wichtiger Schritt in die richtige Richtung" gewesen. "Ab jetzt ist jedes Spiel ein Herzschlagfinale."

(apa/red)