Nur Luxemburg investiert mehr: Österreichs
Familienleistsungen sind im EU-Vergleich top

Universelle Leistungen besser als bedarfsorientierte Österreichisches Modell beugt der "Armutsfalle" vor

Die österreichischischen Familienleistungen sind im internationalen Vergleich sehr großzügig. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch vom Institut für Höhere Studien präsentierte Studie. Im Vergleich mit den alten EU-Ländern gibt nur Luxemburg mehr Geld pro Kind aus. Auch das österreichische System der Familientransfers brauche den Vergleich mit anderen Ländern nicht zu scheuen, so IHS- Chef Felderer.

Das Ergebnis der Studie zeige, so Felderer, dass das österreichische System der "universellen Familienleistungen" effizienter als bedarfsorientierte Modelle ist. Verteilt man Familientransfers in Abhängigkeit vom Einkommen - wie etwa in Großbritannien - erzielt man dennoch keine besseren Ergebnisse zum Schutz armutsgefährdeter Familien. Von Systemen, die schwerpunktmäßig auf Steuerbegünstigungen setzen - wie etwa in Spanien - profitieren tendenziell eher Besserverdienende.

"Armutsfalle" vorbeugen
"Generell ist das ein gutes Zeugnis für Österreich", erklärte Studienautorin Christine Lietz. Mit den österreichischen Modell würde der so genannten "Armutsfalle" vorgebeugt, da einkommenabhängige Transfers oft einen negativen Arbeitsanreiz darstellen. "Kurzfristig kostet das dem Fiskus zwar weniger", erläuterte Felderer, "langfristig aber mehr, da weniger Menschen in die Erwerbstätigkeit zurückgehen".

Verbesserungen trotzdem benötigt
Man sei in Österreich zwar auf dem richtigen Weg, so die IHS- Experten. Verbesserungsvorschläge gibt es aber dennoch: Familienleistungen müssten von den Erwerbstrukturen der Familien entkoppelt werden. Konkret würde das bedeuteten, dass die Mittel unabhängig von der familiären Arbeitsteilung oder einer Erwerbstätigkeit zur Verfügung stehen und flexibel konsumiert werden könnten. Damit könnte für Väter mehr Anreiz geschaffen werden, zu Hause zu bleiben. Auch die Kinderbetreuung müsste verstärkt gefördert und bereitgestellt werden.

(apa/red)