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Nur ein Liter Wasser pro Tag für Tausende Flüchtlinge im Südsudan

Ärzte ohne Grenzen warn erneut: Lage spitzt sich zu

In einem Flüchtlingslager im Südsudan bekommen rund 18.000 Menschen derzeit nur gut einen Liter Trinkwasser pro Tag. Zum Überleben sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) jedoch 2,5 Liter pro Person notwendig. "Die Situation für die Vertriebenen im Norden des Südsudan spitzt sich weiter zu", erklärte die Hilfsorganisation am Freitag.

Tausende Menschen seien angesichts anhaltender Kämpfe im Norden des Landes zum Ort Aburoc geflohen, aber es gebe dort nur etwa 1,1 Liter Wasser pro Person. "Manche kämpfen sogar um das Wasser. Es gibt nicht genug", sagte MSF-Mitarbeiter Joseph Oyath.

Seit Ende April sind MSF zufolge rund 20.000 Südsudanesen von dort in den rund 250 Kilometer entfernten Sudan geflohen. "In der Folge ist das Lager in Khor Waral an der Grenze zum Sudan mit 30.000 Menschen fast doppelt überbelegt", erklärte MSF. Auch dort gebe es nur wenig Wasser und Hilfsgüter." Die Versorgung sei ein Rennen gegen die Zeit, da mit dem bevorstehenden Beginn der Regenzeit Hilfstransporte praktisch unmöglich werden.

Der Südsudan erlangte 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan. Zwei Jahre später brach jedoch in Folge eines Machtkampfs zwischen Präsident Salva Kiir und dessen damaligem Stellvertreter Riek Machar ein Bürgerkrieg aus. Seither fielen dem Konflikt Zehntausende Menschen zum Opfer, mehr als 3,5 Millionen flohen vor der Gewalt. Im ganzen Land sind rund 5,5 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

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