Nur unter strengen Auflagen: Telekom Austria darf Mitbewerber eTel übernehmen

Kaufpreis von rund 90 Millionen Euro vereinbart

Die börsenotierte Telekom Austria (TA) hat von den Wettbewerbsbehörden die Zustimmung zum Erwerb des Mitbewerbers eTel unter Auflagen bekommen. Die Auflagen der Wettbewerbsbehörden beträfen vor allem Infrastruktur der eTel Austria, außerdem den Verkauf eines Glasfaserringes und die Rückgabe von Lizenzen für das Richtfunkverteilsystem Wireless Local Loop (WLL), hieß es in einer Pressemitteilung.

Der Abschluss der Transaktion werde innerhalb der nächsten Wochen erwartet, hieß es. Die Übernahme von 100 Prozent an der eTel durch die TA für rund 90 Mio. Euro war bereits im Dezember 2006 vereinbart worden. Verkäufer sind internationalen Investoren. eTel ist in Österreich sowie in Mittel- und Osteuropa tätig und erzielte 2005 einen Umsatz von rund 100 Mio. Euro. eTel bietet Sprachtelefonie im Festnetz und Mobilfunk, Internet und Datendienste an.

Mit der Einigung mit der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) auf die Auflagen ist die TA einer Entscheidung des Kartellgerichts zuvorgekommen, das bis Ende Juni über den Deal hätte entscheiden müssen. Der Fall war im Jänner von der Bundeswettbewerbsbehörde an das Kartellgericht weitergeleitet worden. Mit dem Antrag auf ein Gerichtsverfahren folgte die BWB entsprechenden Anträgen mehrerer Konkurrenten.

Nach Schätzungen des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) baut die Telekom im heimischen Festnetz mit der Übernahme ihre schon jetzt marktbeherrschende Stellung auf rund 60 Prozent Marktanteil aus. Der Verband hatte deshalb eine Komplettuntersagung des Deals verlangt. Die Telekom Austria sah dagegen keine Behinderung der Liberalisierung des österreichischen Telekommarktes.

eTel hatte in den vergangenen Jahren eine Reihe namhafter Internetprovider wie EUnet, KPNQwest, Tiscali und Nextra aufgekauft und war damit zum drittgrößten privaten Telekom-Anbieters Österreichs aufgestiegen. Neben dem Österreich-Geschäft will die TA auch die eTel-Töchter in Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Polen übernehmen. Außer in Tschechien, wo die Telekom Austria schon mit dem Internetbetreiber Volny (früher: Czech Online) vertreten ist, gibt es hier keine Überschneidungen. (apa/red)