Nur mehr 27 %: Anteil von Frauen in
Topjobs in Ministerien stark gesunken

Höchsten Anteil hatte 2005 das Frauenministerium Kleinste Quoten: Innen- & Verteidigungsministerium

Von 2003 auf 2005 ist die Quote der von Ministerien beschäftigten Frauen in besser bezahlten Positionen um acht Prozentpunkte gesunken. Waren 2003 noch 35 Prozent der Ministeriumsmitarbeiterinnen in "höherwertigen Positionen" so waren es 2005 nur mehr 27 Prozent. Das geht aus einer Serie parlamentarischer Anfragen der SP-Abgeordneten Heidrun Walther hervor.

Den höchsten Anteil an Besserverdienerinnen hatte 2005 das Frauenministerium, bei dem es aber noch immer 45 zu 55 Prozent für die Männer stand. An zweiter Stelle lag das ebenfalls von einer Frauen geleitete Sozialministerium mit 41 Prozent Frauenanteil. Unter den männergeführten Ressorts liegt das Bundeskanzleramt mit 38,5 Prozent an erster Stelle. Die niedrigsten Frauenquoten im höherwertigen Tätigkeitsbereich hatten 2005 das Innen- und Verteidigungsministerium mit 6,6 und 8,3 Prozent.

In fast allen der zwölf Ressorts ist der Anteil der besserpositionierten Frauen zwischen 2003 und 2005 gestiegen, einzig im Bildungs- und im Finanzministerium ist er zurückgegangen. Für das Innenministerium lässt sich auf Grund der veränderten Aufgliederung kein Jahresvergleich zwischen 2005 und 2003 anstellen.

Im Bildungsministerium waren 2003 noch 41,6 Prozent der besser bezahlten Jobs mit Frauen besetzt, 2005 waren es nur mehr 39,9 Prozent - das bedeutet ein Minus von 1,7 Prozent. Damit ist das Bildungsressort zwischen 2003 und 2005 von der ersten auf die dritte Stelle abgerutscht. Das Finanzministerium weist einen Rückgang von 0,5 Prozent aus (2003: 32,3 Prozent, 2005: 31,8 Prozent). In allen anderen Ressorts gab es Steigerungen zwischen 0,7 Prozent (Umweltministerium) und 7,8 Prozent (Frauenministerium).

Jene Ressorts, die eine niedrige Frauenquote in besser bezahlten Positionen aufweisen, haben auch einen entsprechend geringen Frauenanteil gesamt. Im BMI waren mit Stichtag 1. Juli 2005 lediglich 18 Prozent der rund 32.000 Bediensteten weiblich. Im BMLV waren rund 13 Prozent der insgesamt etwas über 26.000 Mitarbeiter Frauen. Den höchsten Frauenanteil hatte das Sozialministerium mit 62,2 Prozent gefolgt vom Frauenministerium mit 59,7 und dem Bundeskanzleramt mit 55,2 Prozent.

Der Vergleich der Frauenquote gesamt verschärft auch die Schieflage bei den "höherwertigen Positionen": Stand es 2005 zwischen Männern und Frauen gesamt 61,8 zu 38,2, betrug das Verhältnis bei den besseren Positionen sogar 74,1 zu 25,9. Zumindest bei den Ressortchefs herrscht eine gerechte 50:50-Aufteilung.

Angesichts dieser Zahlen sprach die Abgeordnete Walther von einem "ernüchternden Ergebnis". Die Anfrage habe deutlich gezeigt, dass die besser bezahlten Dienstposten für Frauen gleich um ein Viertel zurückgegangen seien. Ähnlich wie in allen anderen Bereichen sei der Frauenanteil an Topjobs stark gesunken. "Dieses Ergebnis ist deshalb so empörend, weil die Bundesregierung und vor allem die Ministerin für Frauen und Gesundheit, Maria Rauch-Kallat, dort wo sie Entwicklungen steuern könnte und Vorbildfunktion hätte, diese Aufgabe nicht wahrnimmt", so Walther.

(apa/red)