Nürnberger meidet Kontakt zu Verzetnitsch:
"Trübnisse" seit Penthouse-Entscheidung

Metaller-Chef hält Hundstorfer für "guten Kandidaten" BAWAG-Affäre: ÖVP soll sich nicht zu früh freuen

Der scheidende Metaller-Chef Rudolf Nürnberger hält den geschäftsführenden ÖGB-Präsidenten Rudolf Hundstorfer in der jetzigen Situation für einen "sicherlich guten" Kandidaten. Ob er der ideale Präsident sei, werde die Zukunft zeigen und davon abhängen, wie er die verschiedenen Interessen im ÖGB bündeln und welches Reformkonzept er vorlege, meinte Nürnberger. Scharfe Kritik übte Nürnberger dagegen an Ex-Präsident Verzetnitsch, der die Gewerkschaft als Garantie für BAWAG-Verluste eingesetzt hatte.

Man wäre nie auf die Idee gekommen, dass Verzetntisch und Finanzreferent Günter Weninger derartige Handlungen setzen, so Nürnberger in der Ö1-Serie "Journal zu Gast". Die "Trübnisse" bei der Beziehung zu Verzetnitsch hätten aber bereits bei der seinerzeitigen Entscheidung des ÖGB-Präsidenten für ein Penthouse im BAWAG-Gebäude begonnen, so Nürnberger. Er habe eindringlich davon abgeraten, sein Appell sei aber leider verhallt. Zu Verzetnitsch gebe es seit 14 Tagen keinen Kontakt mehr, und er werde diesen auch nicht suchen, sagte Nürnberger.

Der ÖVP riet der scheidende Metaller-Chef, sich nicht zu früh zu freuen. Man werde nun verstärkt in die Offensive gehen und auf die wahren Probleme des Landes - etwa die Arbeitslosigkeit oder die "verfehlte Bildungspolitik" - hinweisen. Im Wahlkampf werde auch er "Tag und Nacht für die Bewegung laufen", damit SP-Chef Alfred Gusenbauer Bundeskanzler wird, kündigte Nürnberger an. (apa/red)