NR-Wahl von

Drei Parteien
kämpfen um Platz eins

Politologen sehen noch viele Unsicherheitsfaktoren - Trendwende für ÖVP

Kurz und Kern © Bild: APA/BKA/ANDY WENZEL

Bei der Nationalratswahl ist laut Experten trotz des aktuellen Umfrage-Hochs der ÖVP ein Dreikampf um Platz eins zu erwarten. Zwar sei die ÖVP nach dem Obmann-Wechsel "am besten aus den Startlöchern gekommen", sagte Polit-Berater Thomas Hofer, aber: Der Wahltermin ist noch fern. Politikwissenschafter Peter Filzmaier erklärte angesichts der vielen Unentschlossenen alle Zahlenspiele für "sinnlos".

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Parteien liegen knapp beieinander

Der Wechsel von Reinhold Mitterlehner zu Kurz an der VP-Spitze im Mai dieses Jahres hat sich in den Umfragen mit dem deutlichen Sprung der ÖVP von Platz drei auf den ersten Platz niedergeschlagen, während die FPÖ ihren ersten Rang einbüßte. Unter Mitterlehner lag die Volkspartei in den Umfragen noch um die 20 Prozent, nach der Kurz-Übernahme schossen die Werte auf deutlich über 30 Prozent hoch, mit Spitzen bis zu 35 Prozent.

Davor lagen die blauen seit Frühjahr 2015 ununterbrochen in Führung. Und das mit teils großem Vorsprung zu SPÖ und ÖVP, zwischenzeitlich betrug dieser sogar knapp zehn Prozentpunkte. Mit dem Personalwechsel in der Volkspartei brachen die Umfragewerte der FPÖ ein und rutschten von über 30 Prozent auf um die 25 Prozent ab.

Aufschwung unter Kern

Die SPÖ hatte ab Mai 2016 - nach der Designierung von Christian Kern zum neuen Parteichef - einen Aufschwung erlebt. Nachdem sie bis dahin in den Umfragen hinter der FPÖ mit der ÖVP um Platz zwei rang, konnte Kern den Abstand seiner Partei zur Volkspartei vergrößern und den zweiten Umfrage-Rang absichern. Erst nach dem Wechsel an der schwarzen Parteispitze wurde alles durcheinandergewirbelt, und die SPÖ sah sich danach in einzelnen Umfragen auch auf dem dritten Platz hinter der FPÖ wieder, mit Werten zwischen 21 und 28 Prozent der Stimmen (mit einzelnen Abweichungen nach oben auf bis zu 31 Prozent).

Glaubt man den Umfragen, dann müssen die Grünen um die Zweistelligkeit bangen. Während die Sonntagsfrage bis ins Frühjahr noch stets Werte über zehn Prozent aufwiesen, kratzte die Öko-Partei seitdem an dieser Marke.

Fast alles ist möglich

Eine recht große Unbekannte ist noch das mögliche Antreten des Grünen Peter Pilz mit einer eigenen Liste. Bisher wurden die Chancen einer solchen "Liste Pilz" erst in einer Umfrage erhoben: Laut einer aktuellen Umfrage von "Österreich"/Research Affairs (600 Online-Interviews) würden derzeit 5 Prozent der Wähler für Pilz votieren. Die ÖVP wäre mit 34 Prozent davon unberührt. Leichten Schaden nimmt in dieser Erhebung die SPÖ, die nur mehr auf 23 Prozent und Platz drei hinter der FPÖ (25 Prozent) kommt. Die Grünen werden in dieser Umfrage mit nur sechs Prozent ausgewiesen, die NEOS würden mit vier Prozent um den Wiedereinzug bangen (die Umfrage wurde aber noch vor Bekanntwerden des Antretens von Irmgard Griss für die NEOS erhoben).

Und laut einer für das Nachrichtenmagazin "profil" erhobenen aktuellen "Unique research"-Umfrage könnten sich 15 Prozent der Österreicher vorstellen, eine Liste Peter Pilz zu wählen. 61 Prozent schlossen in dieser Erhebung hingegen aus, für eine solche Liste zu stimmen.

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