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ÖVP Vorarlberg
peilt drei Mandate an

Zweiter Nationalratspräsident Kopf soll Grundmandat im Wahlkreis Süd zurückholen

Die Vorarlberger Volkspartei will bei der Nationalratswahl im Oktober drei Mandate erreichen. Zum einen soll das 2013 im Wahlkreis Süd verlorene Grundmandat zurückgeholt werden, zum anderen peilt man einen Stimmenzuwachs auf "deutlich über 30 Prozent" an, um auch über die Landesliste zu punkten. Dies verkündeten Landeshauptmann Markus Wallner und die Spitzenkandidaten am Dienstag in Bregenz.

"Ein drittes Mandat ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, aber die Zielsetzung, die wir haben", bekannte Wallner bei der Vorstellung der Spitzenkandidaten. Die Ausgangslage beurteilten sowohl er als auch die Listenersten der Wahlkreise Nord und Süd, Norbert Sieber und Karlheinz Kopf, als "sehr gut". Zur Spitzenkandidatin auf der Landesliste wurde am Montagabend die 37-jährige Newcomerin Martina Ess gewählt, an zweiter Stelle steht der Landesobmann der Jungen VP, Raphael Wichtl (24).

Im Wahlkreis Süd fehlten der Volkspartei bei der Nationalratswahl 2013 rund vier Prozent auf ein Mandat. Dieses will der zweite Nationalratspräsident nun für die ÖVP zurückerobern und zwar ohne Absicherung auf der Landesliste. Er habe bewusst und im Einvernehmen mit Parteiobmann Wallner auf den gewohnten Absicherungsplatz verzichtet, um damit einem jungen und neuen Gesicht in der Partei - Ess als Spitzenkandidatin der Landesliste - die Chance auf ein drittes Mandat zu geben, erklärte Kopf. Die Neuorientierung der Volkspartei trage er "aus tiefster Überzeugung" mit und "zur Erneuerung gehört auch dazu, glaubwürdige Signale zu setzen", argumentierte Kopf, der 2013 über die Landesliste ins Parlament eingezogen war. Auf die Frage, was passiere, sollte er das Grundmandat in seinem Wahlkreis nicht erreichen, antwortete Kopf lapidar: "Dann ist meine Karriere im Nationalrat beendet."

Damit Ess in den Nationalrat einziehen kann, müsste die Volkspartei freilich in Vorarlberg mehr als 35 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen oder das Grundmandat im Süden erneut durch die Lappen gehen. Buhlen wollen die ÖVP-Spitzenkandidaten auf jeden Fall um Wählerstimmen aus allen Fraktionen. "Die neue Volkspartei mit Sebastian Kurz hat ein Angebot für alle Wähler", zeigte sich Sieber optimistisch von allen Parteien Stimmen abziehen zu können. Bundesparteiobmann Sebastian Kurz streuten überhaupt alle Kandidaten Rosen. Kurz habe eine neue Motivation entfacht, das sei rundherum spürbar, berichtete etwa Kopf begeistert von der internen Stimmung. "Wir haben das erste Mal wieder die Chance, stark zu werden", stellte Bundesparteiobmannstellvertreterin Veronika Marte in Aussicht.

Die Wahlkreis- und Landeslisten der Volkspartei wurden für die Nationalratswahl nach dem Reisverschlussprinzip erstellt. Das Team umfasst insgesamt 33 Personen, 27 Kandidaten sind zum ersten Mal auf einer Wahlliste.

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