Nowotny: Ende der Finanzkrise erst 2009?
OeNB-Chef rechnet mit schwierigem Verlauf

Aber: Österreich besser dran als andere EU-Länder Inflation laut Gouverneur in Zukunft wieder rückläufig

Nowotny: Ende der Finanzkrise erst 2009?
OeNB-Chef rechnet mit schwierigem Verlauf © Bild: APA

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny geht aus heutiger Sicht davon aus, dass die aktuelle Krise auf dem Finanzsektor frühestens Ende 2008 bzw. im ersten Quartal 2009 zu Ende sein wird. Er befürchtet aber, das sich "die Ansteckung auf die Realwirtschaft konkret auswirkt" und sieht für kommendes Jahr eine "weltweit schwierige Entwicklung".

Österreich werde es nach allen derzeitigen Prognosen besser gehen als anderen EU-Ländern, sagte Nowotny auf der "Gewinn"-Messe. Wie weit die im Herbst veröffentlichten Wirtschaftsdaten für den Euro-Raum nach unten revidiert werden müssen, konnte er nicht sagen. Außerdem rechnet der Notenbank-Chef damit, dass die Inflation in den nächsten Monaten und Jahren zurückgehen wird. Momentan liege sie noch über dem Ziel der EZB.

Konkret glaubt Nowotny, dass die Zwei-Prozent-Marke 2009 erreicht werden wird. Nowotny stimmt auch der Aussage des spanischen EZB-Ratmitglieds Jose Manuel Gonzales-Paramos zu, wonach die EZB davon ausgeht, dass die Zwei-Prozent-Marke in der zweiten Jahreshälfte unterschritten wird. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Constantia-Rettung vorbeugend wichtig
Die aktuellen Entwicklungen werden auch zu Strukturwandlungen im internationalen Währungssystem und am Finanzmarktsektor führen, so Nowotny. "Selbstverständlich" werde auch die Rolle des Dollars nicht unberührt bleiben bzw. der Euro stärker werden. "Was wir absehen, ist das System einer Dualität von Euro und Dollar", so der OeNB-Gouverneur.

Nowotny geht davon aus, dass das ausverhandelte 100 Mrd. Euro schwere Banken-Paket am Montag im Nationalrat so beschlossen wird, wie es momentan angedacht ist. Die Rettung der Constantia Privatbank erachtet er als wichtig, "um einen Flächenbrand zu verhindern". (apa/red)