Nordkoreas Spieler wieder in ihrer Heimat:
Verwandte empfingen gescheitertes Team

Nüchternes Comeback mit 0:7-Debakel und 0 Punkte Erfahrung soll Selbstvertrauen und Erfolge bringen

Nordkoreas Spieler wieder in ihrer Heimat:
Verwandte empfingen gescheitertes Team © Bild: Reuters/Hutchings

Nach dem ernüchternden WM-Comeback einer nordkoreanischen Fußball-Nationalmannschaft nach 44 Jahren sind die Spieler aus dem kommunistischen Land wieder in ihrer Heimat. Einen Tag nach der Rückkehr der Spieler berichteten die Staatsmedien und die in Japan erscheinende pro-nordkoreanische Zeitung "Chosun Sinbo", das Team sei bei der Ankunft in der Hauptstadt Pjöngjang am Dienstag von Familienangehörigen und Fußball-Funktionären empfangen worden.

Die Träume vom Weiterkommen bei der WM in Südafrika waren bereits mit dem 0:7-Debakel gegen Portugal im zweiten Gruppenspiel geplatzt. Das erste Match der Nordkoreaner gegen Brasilien war mit 1:2 und die letzte Begegnung gegen die Elfenbeinküste mit 0:3 verloren gegangen. Nordkorea war zum ersten Mal seit 1966 bei einer WM-Endrunde dabei.

Die Spieler hätten bei der Ankunft zunächst versteinerte Gesichter gezeigt, die sich dann aber bei der Begrüßung durch ihre Familien wieder aufgehellt hätten, hieß es laut der südkoreanischen Agentur Yonhap in einem Bericht von "Chosun Sinbo". Zuständige Funktionäre hätten die Spieler mit den Worten getröstet, dass ihr Einsatz bei der WM geschätzt werde. "Der vorherrschende Ton ist, die Spieler werden in Zukunft gute Resultate erzielen, wenn sie ihr Selbstvertrauen und ihre Erfahrung durch den Vorstoß zur WM nutzen", hieß es.

Der Spielerberater Karl Messerli hatte am Sonntag Medienberichte über mögliche Züchtigungen für die Spieler zurückgewiesen. Der Schweizer Unternehmer hält nach eigenen Angaben die Europa-Transferrechte an Nordkoreas Auswahlspielern. Laut Messerli wird Rechtsverteidiger Cha Jong Hyok in der kommenden Saison für den Schweizer Zweitligisten FC Wil spielen. Aus dem WM-Kader verdienten bisher drei Profis ihr Geld im Ausland - darunter "Asiens Rooney", Jong Tae-se, der beim Club Kawasaki Frontale in Japan kickt.

(APA/red)