Nordkorea provoziert die Weltgemeinschaft: Pjöngjang führt Atomtest erfolgreich durch

Auch Kurzstreckenrakete für Test abgeschossen UNO-Sicherheitsrat kündigt Dringlichkeitssitzung an<br>UN-General Ban Ki-moon gibt sich "tief beunruhigt"

Nordkorea provoziert die Weltgemeinschaft: Pjöngjang führt Atomtest erfolgreich durch
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Nordkorea hat mit seinem zweiten Atomtest die internationale Gemeinschaft provoziert: Der kommunistische Staat zündete unterirdisch einen nuklearen Sprengsatz "zur Stärkung seiner nuklearen Abschreckung und Selbstverteidigung". Das russische Verteidigungsministerium bestätigte eine Atomexplosion im Nordosten des Landes. Das Vorgehen der nordkoreanischen Führung stößt auf massive internationale Kritik. US-Präsident Barack Obama erklärte, es komme nach den jüngsten Drohungen und Taten nicht überraschend und stelle eine "eklatante Missachtung" des UNO-Sicherheitsrats und eine Verletzung internationalen Rechts dar.

"Nordkoreas Versuche, Atomwaffen zu entwickeln und sein ballistisches Raketenprogramm stellen eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit dar", sagte Obama.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kündigte eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates zu dem Atomtest an. Lawrow, dessen Land derzeit den Vorsitz im höchsten UNO-Gremium führt, äußerte sich in einer Erklärung aus der libanesischen Hauptstadt Beirut "beunruhigt". Das russische Außenministerium appellierte in einer Erklärung an die Führung in Pjöngjang, die UNO-Beschlüsse zu befolgen und verantwortungsbewusst zur Stabilität in der Region beizutragen.

"Tief beunruhigt"
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich im Gespräch mit dem dänischen Fernsehsender TV2 "tief beunruhigt". "Alle Meinungsverschiedenheiten sollten im Dialog beigelegt werden", mahnte er. China rief Nordkorea auf, alles zu unterlassen, was die Lage verschlimmern könnte. Japan forderte Sanktionen gegen Nordkorea. Südkorea versetzte seine Armee in Alarmbereitschaft.

Tibor Toth, Generalsekretär der UNO-Behörde zur Überwachung des internationalen Atomwaffen-Teststoppakommens (CTBTO), zeigte sich über den Atomwaffentest besorgt. Das sei eine Herausforderung für die internationale Gemeinschaft, und Maßnahmen müssten ergriffen werden, sagte Toth am Montag in der Wiener UNO-City vor Journalisten.

Außenminister Michael Spindelegger (V) verurteilte ebenfalls den Atomtest. "Die nordkoreanische Führung stellt sich damit bewusst gegen die internationale Staatengemeinschaft", meint er in einer Aussendung vom Montag.

EU fordert "harte Antwort der Gemeinschaft"
Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana sprach in Brüssel von "unverantwortlichem Handeln" und forderte eine "harte Antwort der internationalen Gemeinschaft". Ein Sprecher der EU-Behörde sagte: "Wir sind sehr besorgt." Auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso habe den Atomwaffentest bereits als "Provokation" verurteilt.

Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Alexander Drobyschewski, sagte, der nordkoreanische Atomtest habe 80 Kilometer nordwestlich der Stadt Kilju in der nordöstlichen Provinz Nord-Hamgyong stattgefunden. Dort wurde im Oktober 2006 auch die erste unterirdische Nuklearzündung Nordkoreas durchgeführt. Die russische Schätzung auf 10 bis 20 Kilotonnen Sprengkraft würde einen massiven Fortschritt bedeuten: US-Experten hatten den ersten Test auf weniger als eine Kilotonne beziffert. Einer Kilotonne entsprechen in diesem Zusammenhang 1.000 Tonnen TNT. Seismologen in den USA, Südkorea und Japan registrierten eine erdbebenähnliche Erschütterung in dem Testgebiet.

Auch Kurzstreckenraketen getestet
Die Koreanische Demokratische Volksrepublik testete laut südkoreanischen Medien auch drei Kurzstreckenraketen. Anfang April hatte Pjöngjang bereits eine Rakete mit großer Reichweite von der Ostküste abgefeuert. Nach Auffassung der USA und Südkoreas diente der Start dazu, die Technologie einer militärischen Langstreckenrakete zu verbessern. Nordkorea sprach von einem Satellitenstart. Eine UNO-Resolution von 2006 hatte Nordkorea derartige Tests untersagt. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte den Start. Pjöngjang verkündete daraufhin seinen Rückzug aus den Sechser-Gesprächen über eine Beendigung seines Atomprogramms, beendete seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) und nahm sein Atomprogramm wieder auf.

(apa/red)

Kommentare

Wenn Geisteskranke Bomben haben! Da sieht man was passiert, wenn geistesgestörte Typen
wie Kim Jong II mit Minderwertigkeitsproblemen mit deren
Bomben prallen.

Da werden Bomben gezündet und unser Planet von innen
noch mehr zerstört, weil ein Geisteskranker keine Eier hat.

Da würd ich kurzen Prozess machen und diesen Diktator
endlich ausschalten! Während die Leute in seinem Land
verhungern muss der Macht demonstieren? Unglaublich,
dass im Jahr 2009 solche Typen noch an der Macht sind!

Dem würde ich, wenn ich Russe oder Amerikaner wäre ein
Ultimatum stellen ... bei der nächsten Bombe die er zündet,
schick ich ihm 10 Atombomben in sein Domizil!

Meine Meinung!

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