Nordkorea kündigt Sicherheitspakt mit Süd-
korea auf: Angriff bei Verletzung der Grenze

Krise seit Kriegsschiff-Untergang massiv verschärft Nordkoreas Truppen angeblich in Alarmbereitschaft

Nordkorea kündigt Sicherheitspakt mit Süd-
korea auf: Angriff bei Verletzung der Grenze © Bild: AP/Lee Jin-man

Die nordkoreanische Armee hat ein Sicherheitsabkommen mit Südkorea zur Verhinderung bewaffneter Zusammenstöße auf hoher See annulliert. Alle mit Südkorea getroffenen Vereinbarungen zur Vermeidung unbeabsichtigter Konflikte würden komplett für "null und nichtig" erklärt, hieß es in einer Erklärung des Führungsstabs der nordkoreanischen Volksarmee.

Südkoreanische Schiffe, die die von Nordkorea gezogene militärische Demarkationslinie im Gelben Meer verletzten, würden sofort angegriffen, warnte das Militär.

Peking lehnt Verurteilung Pjöngjangs ab
Die chinesische Regierung hat es unterdessen abgelehnt, sich den Schlussfolgerungen der internationalen Ermittlerkommission anzuschließen und Nordkorea die Schuld für den Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffs "Cheonan" anzulasten. Das Außenministerium in Peking erklärte, die Angelegenheit sei sehr kompliziert. Man wolle Informationen von allen Seiten prüfen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao wird am (morgigen) Freitag in Seoul erwartet. China und Nordkorea hatten ungeachtet der bestehenden Differenzen wegen des nordkoreanischen Atomprogramms den nach wie vor privilegierten Charakter ihrer bilateralen Beziehungen hervorgehoben. Seit dem Untergang der Sowjetunion ist die Volksrepublik China der einzige wichtige Verbündete Pjöngjangs.

Schiff-Versenkung als Ausgangspunkt der Krise
Die Erklärung der nordkoreanischen Volksarmee verbreiteten die Staatsmedien, während die südkoreanische Marine vor der Westküste ein Seemanöver abhielt. Ausgangspunkt des Konflikts ist die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes vor zwei Monaten im Gelben Meer. Südkorea macht den Norden für den Untergang verantwortlich. Nordkorea bestreitet, das Schiff versenkt zu haben. Bei dem Zwischenfall waren 46 Menschen ums Leben gekommen.

Beziehungen beendet
Außerdem kappte Nordkorea laut der jüngsten Erklärung den "Heißen Draht" zwischen den Seestreitkräften beider Länder. Das Militär bekräftigte die Absicht, eine Zugangssperre für den gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong zu überprüfen. Bereits am Dienstag hatte Nordkorea die Beziehungen zu Südkorea für beendet und den Nichtangriffspakt für aufgehoben erklärt.

Südkoreas Seemanöver
Die südkoreanische Marine organisierte ein großes Seemanöver, um nach den Drohungen aus Pjöngjang militärische Stärke zu demonstrieren. Rund zehn Schiffe, darunter ein 3000 Tonnen schwerer Zerstörer und drei Patrouillenschiffe, nahmen an der eintägigen Übung teil, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag unter Berufung auf Militärkreise meldete. Das Verteidigungsministerium wollte keine näheren Angaben machen. Unter Berufung auf offizielle Vertreter meldete Yonhap, dass die südkoreanische Armee und die 28.500 in Südkorea stationierten US-Soldaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden seien. Zudem sei die Überwachung des Nordens durch Satelliten und Aufklärungsflugzeuge verstärkt worden.

(apa/red)