Nordkorea von

Das Auge des Diktators

Zu Opas Ehren: Kim Jong-un will im April Beobachtungssatelliten ins All schießen

Nordkorea - Das Auge des Diktators © Bild: Reuters/KCNA

Ab April ist Nordkorea auch im Weltall vertreten: Diktator Kim Jong-un hat für kommenden Monat den Start eines Satelliten ins All angekündigt. Die Trägerrakete soll zwischen dem 12. und 16. April in den Weltraum geschossen werden, wie die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldet. Der Start ist zur Ehren des verstorbenen Führers Kim Il-sung gedacht, der in diesem Jahr einhundert Jahre alt geworden wäre.

Kommt es zu dem Start der Unha-3-Rakete mit dem Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 im Gepäck, wäre dies eine Verletzung einer UN-Resolution, die nach einem nordkoreanischen Raketenstart 2009 gefasst worden war.

Damals hatte Pjöngjang angegeben, einen Satellit ins All befördert zu haben, andere Staaten gingen von einem reinen Langstreckenraketentest aus und reagierten besorgt angesichts des Atomprogramms des Landes. Erst Ende Februar hatte Nordkorea im Streit um sein Atomprogramm eingelenkt und ein Atommoratorium erklärt. Die Einigung könnte den Weg zur Wiederaufnahme der internationalen Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm ebnen. Pjöngjang hatte die Verhandlungen im April 2009 abgebrochen und anschließend zum zweiten Mal eine Atombombe getestet.

Südkorea besorgt
Der geplante Satellitenstart würde nach Auffassung des Südens den Frieden in der Region gefährden. "Wenn Nordkorea wie angekündigt einen "Arbeitssatelliten" startet, wäre dies ein klarer Bruch der Resolution 1874 des UN-Sicherheitsrats, die jeglichen Einsatz ballistischer Raketentechnologie verbietet", erklärte das Außenministerium in Seoul.