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Bericht: Verbrechen Nordkoreas
mit jenen der Nazis vergleichbar

Experten fordern UN-Menschenrechtsrat zur Einschaltung des IStGH auf

Kim Jong-Un © Bild: Reuters/KCNA

Die vom nordkoreanischen Regime verübten Verbrechen seien mit jenen der Nazis, des Apartheid-Regimes und der Khmer Rouge vergleichbar. Dies erklärte Michael Kirby, Chefermittler einer vom UN-Menschenrechtsrat beauftragten Expertenkommission, am Montag bei einer Sitzung des Gremiums in Genf. Die UNO rief er auf, die von Pjöngjang begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verfolgen.

Der Bericht der Experten war bereits Mitte Februar veröffentlicht worden. "Die Menschenrechtsverletzungen sind von einer Schwere, einem Ausmaß und einer Art, die in der heutigen Welt keinen Vergleich kennt", heißt es in dem fast 400 Seiten starken Papier. Aufgezählt werden "Ausrottung, Mord, Versklavung, Folter, Haft, Vergewaltigung, erzwungene Abtreibungen" sowie zahlreiche weitere Verbrechen, etwa Zwangsumsiedlungen und das Aushungern von Bevölkerungsgruppen. Der Bericht stützt sich auf Aussagen von mehr als 80 Nordkoreanern, denen die Flucht gelang. Pjöngjang kooperierte nicht mit der UNO, weshalb Untersuchungen an Ort und Stelle nicht möglich waren.

4 große Gefangenenlager

Die Expertenkommission war im Mai 2013 durch den Menschenrechtsrat eingesetzt worden. Sie wirft Pjöngjang vor, in vier großen Lagern bis zu 120.000 politische Gefangene zu internieren. Nordkorea hat rund 24 Millionen Einwohner. Ein ehemaliger Häftling berichtete, wie er die Leichen von Verhungerten verbrennen und ihre Asche als Dünger verteilen musste. Andere waren gezwungen, ihre unterernährten Babys mit Mäusen und Schlangen zu füttern. Für die Verbrechen könnten nach Einschätzung der Kommission "mehrere hundert" Menschen verantwortlich sein.