Nordkorea von

Bei Fluchtversuch erschossen

Drei Männer wollten Land verlassen. Neue Kuriositäten rund um Trauerfeier bekannt

Nordkorea - Bei Fluchtversuch erschossen © Bild: Reuters

Bei einer versuchten Flucht von Nordkorea nach China sind nach Angaben eines Aktivisten drei Nordkoreaner erschossen worden. Die drei Männer im Alter von rund 40 Jahren hätten versucht, das Land über den Grenzfluss Yalu zu verlassen, sagte Do Hee-youn der Nachrichtenagentur AFP.

Menschen, die auf chinesischer Seite gewartet hätten, um den Flüchtlingen zu helfen, hätten die Szene beobachtet. Die nordkoreanischen Grenzsoldaten hätten die Leichen anschließend weggebracht.

Do nannte es sehr "selten", dass nordkoreanische Grenzbeamte sofort das Feuer auf Bürger eröffnen, die zu fliehen versuchen. Aktivisten befürchten daher, dass Nordkoreas Behörden ihr Vorgehen verschärften, um nach dem Tod von Machthaber Kim Jong-il Flüchtlingswellen zu unterbinden. Laut Do Hee-youn verbreiteten die Grenzbeamten die Nachricht rasch weiter, um offenbar mögliche Nachahmer abzuschrecken. Seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) flohen etwa 23.000 Nordkoreaner nach Südkorea. Nach China sind schätzungsweise rund 100.000 Nordkoreaner geflohen, die sich dort illegal aufhalten.

Mütze und Handschuhe verboten
Die nordkoreanischen Behörden haben die Menschen im Land einem Bericht zufolge aufgefordert, trotz Eiseskälte ohne Mütze, Schal und Handschuhe an der Trauerfeier für Kim teilzunehmen. Wie die in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ansässige Online-Zeitung "Daily NK" berichtete, wurden die Nordkoreaner am Tag vor der Feier am 28. Dezember von Behördenvertretern aufgefordert, es dem Sohn und Nachfolger des Verstorbenen, Kim Jong-un, gleich zu tun. Dieser werde ebenfalls ohne Mütze und Handschuhe den Sarg seines Vaters begleiten, argumentierten die Behörden dem Bericht zufolge.

Örtliche Behördenvertreter sagten den Nordkoreanern zudem, es werde bei den Feierlichkeiten geprüft, ob sie sich an die Vorgaben hielten. Auf von Nordkorea verbreiteten Bildern der Trauerfeier in Pjöngjang waren dann tatsächlich fast ausschließlich Menschen ohne Mützen und Handschuhe zu sehen. Am Tag der Trauerfeier waren in Pjöngjang nach Angaben aus Seoul Minus neun Grad Celsius und es schneite. Kim Jong-il war nach Angaben aus Nordkorea am 17. Dezember gestorben.