Nordkorea betreibt Atomanlage Yongbyon weiter: USA fordern die sofortige Stilllegung

Staat ließ Ultimatum zur Schließung verstreichen Nordkorea soll an Atomwaffenprogramm arbeiten

Die USA haben Nordkorea aufgefordert, umgehend damit zu beginnen, die umstrittene Atomanlage in Yongbyon herunterzufahren. Nordkorea müsse seinen Verpflichtungen "voll nachkommen", erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums Sean McCormack. Dazu gehöre, die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) einzuladen, damit diese mit der Schließung und Versiegelung der Atomanlage beginnen könnten.

Nordkorea hatte zuvor trotz zahlreicher internationaler Appelle eine Frist zur Stilllegung von Yongbyon verstreichen lassen. Zur Begründung sagte ein nordkoreanischer Regierungsmitarbeiter, die auf Betreiben der USA eingefrorenen Gelder auf einer Bank in Macau seien noch immer nicht freigegeben worden.

Die 1987 erbaute Anlage Yongbyon, rund 90 Kilometer von der Hauptstadt Pjöngjang entfernt, verfügt nach Informationen des US-Think-Tank Globalsecurity über einen Forschungsreaktor mit einer Kapazität von fünf Megawatt, einen im Bau befindlichen Reaktor mit 50 Megawatt und ein Zentrum zur Plutoniumverarbeitung. Nordkorea wird von den USA verdächtigt, an der Entwicklung eines Atomwaffenprogramms zu arbeiten. Anfang Oktober hatte das kommunistische Land nach eigenen Angaben erstmals eine Atomwaffe getestet.

In den Sechs-Parteien-Gesprächen zum nordkoreanischen Atomprogramm, an denen neben Nordkorea und den USA auch Südkorea, Japan, China und Russland beteiligt sind, war am 13. Februar in Peking vereinbart worden, dass Nordkorea seine Atomanlage in Yongbyon herunterfährt. Dies sollte von UNO-Inspektoren überprüft werden. Im Gegenzug sollte Nordkorea 50.000 Tonnen Öl erhalten.

(apa/red)