Nordische WM von

Voller Kombi-Erfolg

ÖSV-Team landet mit drei Silbermedaillen bei der WM über den Erwartungen

NORDISCHE SKI-WM IN VAL DI FIEMME: SIEGESFEIER/KOMBINATIONS-TEAM/ GRUBER © Bild: EXPA Pictures © Juergen Feichter

Österreichs Kombinierer haben am Samstag mit einem emotionalen Highlight sehr erfolgreiche Weltmeisterschaften im Val di Fiemme beendet. Bernhard Gruber und Willi Denifl holten im erstmals ausgetragenen WM-Team-Sprint völlig unerwartet Silber und konnten ihre Freude danach kaum fassen. Mit drei Vize-Weltmeister-Titeln war auch der sonst eher sachlich wirkende Cheftrainer Christoph Eugen glücklich.

"Nach dem Springen haben wir nicht erwarten können, dass wir so lange um Gold mitfighten", freute sich Eugen, der in seine erste WM in dieser Funktion ohne Erwartungen gegangen war. "Ich habe gewusst, wir haben im Vorfeld ganz gute Leistungen gebracht. Es scheint, wir haben die Form ganz gut hingetimed", erklärte Eugen unmittelbar nach dem dritten WM-Silber in Lago di Tesero.

Der tolle Start mit überraschendem Einzel-Silber durch Mario Stecher, der nach einer Knie-Operation in einem mitreißenden Sprint zwei Deutsche hinter sich ließ, war natürlich eine Erleichterung. Eugen: "Das war ein Riesenvorteil. Dann ist alles viel besser ins Laufen gekommen."

Wichtiges Lebenszeichen der jüngeren Kombinierer

Gruber holte sich dann im Einzel von der Großschanze Silber, ehe er gemeinsam mit seinem Freund Denifl auch im Schlussbewerb noch einmal zuschlug. Dass die beiden jüngeren der arrivierten ÖSV-Kombinierer zugeschlagen haben, ist wohl auch für die Zeit nach den Olympischen Spielen, wenn ein Mario Stecher und Christoph Bieler ihre Karrieren wohl beenden werden, ein wichtiges Lebenszeichen. Dann wird es aber Zeit für den Nachwuchs. "Wir hatten heuer schon ganz gute Einzelerfolge bei den Jungen, aber um an die Spitze heranzukommen, haben wir schon noch einiges zu tun", gestand Eugen.

Dass es im Teambewerb (Rang fünf) nicht mit Edelmetall geklappt hat, mutet im Nachhinein fast eigenartig an. "Eigentlich war es im Vierer-Team, man sagt es zwar nicht, fast aufgelegt, dass wir eine machen", wunderte sich auch Denifl. Doch der Stubaier schwebte, zehn Jahre nach Team-Gold im Fleimstal, auf Wolke sieben. "Vor der Saison hat gar keiner gemeint, dass ich vorne dabei bin", erinnerte sich Denifl, der mit Tränen in den Augen zu seiner überraschend eingetroffenen Familie gelaufen war.

Emotionales Team

"Damit habe ich nie gerechnet. Es war genial, dass ich den Einsatz kriege", sage Denifl, der sich als Läufer ein bisschen unterschätzt fühlt. Doch nun schlug gerade er im laufintensivsten (Intervall-)Rennen zu. "Eigentlich haben wir in den Bewerben Medaillen geholt, wo es am schwersten war", rekapitulierte Denifl. "Dass ich in diesem Laufbewerb aufgestellt worden bin, bedeutet mir brutal viel."

Der doppelte Vize-Weltmeister Gruber war ebenfalls sehr emotional. Dabei hatte er nach dem Sprung noch sehr negativ gewirkt, doch Denifl baute seinen Teamkollegen auf. "Ich muss mich damit abfinden: Wenn wir nicht so optimal springen, brauchen wir uns auch im Laufen nicht verstecken. Die anderen sind auch keine Übermenschen", erklärte der 30-jährige Salzburger.

"Traumtag" für Gruber

Dieses Silber zeuge von guter Arbeit. "Wir haben beim Laufen das Herz in die Hand genommen. Wir freuen uns so miteinander und haben uns so oft umarmt, weil wir es uns gegenseitig so vergönnen. Es ist ein Traumtag", sagte Gruber strahlend.

Mit dieser Bilanz im Gepäck dürfen die Kombinierer dem nächsten Großereignis - den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 - mit Selbstvertrauen entgegenblicken. "Das wird schwer zu toppen sein", weiß auch Eugen.

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