Nordische WM von

Die letzte Chance auf Gold

Österreichs Skispringer kämpfen im Teambewerb um die letzte Möglichkeit

Gregor Schlierenzauer bei der Nordischen Ski-WM in Val di Fiemme © Bild: GEPA pictures/Jannach

Am heutigen Samstag entscheidet sich, ob Österreichs Nordische nach der Sensations-WM von Oslo mit sieben Weltmeister-Titeln vor zwei Jahren diesmal gar ohne Goldmedaille aus dem Val di Fiemme abreisen müssen. Neben dem Team-Sprint der Kombinierer ist die Chance für Österreichs Skisprung-Mannschaft auf Gold freilich weit größer, doch die "Selbstverständlichkeit" mit der die ÖSV-Adler seit 2005 Team-WM-Titel geholt haben, ist nicht mehr gegeben.

Das zeigte auch der Einzelbewerb am Donnerstag von der Großschanze. Erstmals seit 2009 gab es vom großen Bakken gar keine Medaille für Österreich. Ausgerechnet der 33-jährige Team-Oldie Wolfgang Loitzl, für den sich "Blech" fast wie Edelmetall anfühlte, war als Vierter der beste. "Es wird ein sehr wichtiger Wettkampf. Es schaut sehr gut aus, weil wir ein starkes Team haben", glaubt Loitzl.

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner bietet für den letzten WM-Bewerb mit Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Loitzl und Manuel Fettner die Routiniers auf, wobei Fettner trotz seiner 27 Jahre erstmals bei einem Großereignis in der Mannschaftskonkurrenz eingesetzt wird. Der 19-jährige Stefan Kraft muss zuschauen.

"Alles ist möglich"
"Im Team ist alles möglich. Es wird ein total heißer Kampf", prophezeit Fettner. "Wir haben noch keine Goldmedaille, keiner von uns wird was herschenken." Doch die Konkurrenz ist scharf darauf, den Österreichern neuerlich eins auszuwischen. Die lange Zeit als unbesiegbar geltenden "Superadler" sind angeschlagen, doch vielleicht macht sie gerade das gefährlich.

Dennoch: Es ist durchaus möglich, dass sich ausgerechnet im Fleimstal ein Kreis schließt. Denn vor zehn Jahren waren die ÖSV-Springer hier leer ausgegangen, danach haben Morgenstern und Co. in einer schier unglaublichen Serie sämtliche Team-Titel bei Nordischen Weltmeisterschaften geholt. Erst in dieser Saison ist die Dominanz der ÖSV-Adler ist gebrochen worden, das Gold keinesfalls mehr eine Bank.

"Keine Favoriten"
"Es gibt keine Favoriten. Es gibt vier Nationen auf hohem Level, es hängt viel von der Tagesverfassung ab", sagte Schlierenzauer. "Es ist nicht so leicht für Österreich wie in den vergangenen Jahren, aber sag niemals nie. Es wird ein harter Fight", prophezeite der Tiroler, der doppelte Vize-Weltmeister dieser WM, der am Donnerstag im Einzel von der Großschanze mit Rang acht enttäuschte.

In einer inoffiziellen Team-Wertung der Einzel-Ergebnisse hätten die Österreicher am Donnerstag übrigens um einen Zehntelpunkt vor Deutschland gewonnen. Eng wird es auf jeden Fall werden, nicht zu vergessen ist, dass die ÖSV-Adler im Weltcup in dieser Saison keinen der vier Teambewerbe gewonnen haben.

Neben Österreich werden die Deutschen, Norweger, Polen mit Weltmeister Kamil Stoch und wohl auch die Japaner die Hauptrollen im Kampf um den Sieg spielen.

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