Nordische WM von

Für immer Superadler?

ÖSV-Trainer Pointner hält an Wunderteam fest. Trotz Kritik an Team und seiner Person

NORDISCHE SKI-WM IN OSLO: OESV-PK POINTNER © Bild: APA/Gindl

Österreichs Skispringer haben in dieser Saison den Nimbus der Unbesiegbarkeit ablegen müssen. Nur "Überflieger" Gregor Schlierenzauer hat über eine nicht mehr so ausgeglichen starke Mannschaft hinweggetäuscht. Mit dem WM-Titel im Teambewerb (Großschanze) am Samstag in Predazzo bescherten die ÖSV-Adler in ihrem letzten Bewerb den Fans aber noch die so ersehnte Goldmedaille, die Schlierenzauer im Einzelbewerb vom großen Balken nicht geschafft hatte.

Dieses Gold "schmeckte" daher so manchem Beteiligten besser als viele der vorangegangenen Erfolge der österreichischen Wundermannschaft. "Wenn man kämpfen muss, ist Gold mehr wert", hatte ÖSV-Co-Trainer Alexander Diess gemeint. Und das Team hat dieses Gold im wahrsten Sinn des Wortes auf einem Bein geholt: Manuel Fettners Husarenstück sorgte auch international für Schlagzeilen und hat den bisher weniger bekannten Adler mit einem Schlag berühmt gemacht. Und dann war da auch noch ein angeschlagener Thomas Morgenstern mit Knieproblemen, ein sich etwas zu sehr in Materialgrübeleien verlierender Schlierenzauer und ein zur rechten Zeit aufblühender Wolfgang Loitzl.

Scharfe Kritik an Führungsebene

Dass es in manchen Medien schon scharfe Kritik in Richtung der sportlichen Führung gab, tat der Genugtuung wohl keinen Abbruch. "Man hat die Chance genützt, auf das Team hinzuhauen, obwohl wir schon zwei Medaillen gehabt haben, aber der Druck war für uns nicht größer als bei der WM davor", sagte Pointner.

Mit einmal Team-Gold, dem Mixed-Silber sowie dem Vize-Weltmeister-Titel von Schlierenzauer von der Normalschanze bilanziert Pointner durchaus zufrieden. Wie immer wollte er in Sachen WM-Mannschafts-Titel niemanden hervorheben, auch wenn er für Fettners tolle Akrobatik noch am Trainerturm den Hut gezogen hatte. "Der Held an sich ist für mich die ganze Mannschaft. Es war schon im Vorfeld ganz schwierig, das hat man auch im Einzel gesehen."

Schlierenzauer habe einfach (zu sehr) nach dem perfekten Material gesucht. "Gregor hat den Drang gehabt bei dieser WM, sich vom Material her so abzusichern und das beste Package zu finden, das hat er nicht gefunden." Dies sei aber auch eine wichtige Erfahrung in Richtung Olympia in Sotschi. "Es war wieder eine schöne Reise in die Zukunft."

Pointner hält an Superadlern fest

Ob nun, trotz Gold, die Zeit der "Superadler" vorbei ist? "Diese Superadler, diese fünf, werden für mich immer Superadler bleiben. Das hängt nicht von Erfolgen ab, die haben Geschichte geschrieben, das wird für mehrere Jahrzehnte so bleiben", sagte Pointner, denn dieses Quartett habe auf und abseits der Schanzen Geschichte geschrieben und den Stellenwert des Skisprungsports hinaufgeschraubt. "Wenn ich einmal einen Doktor-Titel gemacht habe, dann bleibt mir der auch für mein Lebtag lang und die fünf bleiben für mich immer die Superadler."

Pointners Vertrag läuft noch bis Sotschi, aber auch darüber hinaus kann sich der Tiroler vorstellen, zu bleiben. "Es war, ist und wird eine ganz tolle Zeit als Cheftrainer sein. Das steht jetzt schon fest. Mal schauen, was die Zukunft sagt. Ich brenne nach wie vor, bin mit 100 Prozent dabei."

Kommentare

Bravo Alexander für diese Aussage. Auch ich ziehe die " Kappe " vor Dir und Deinem Team !

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