Nordische WM von

Kombinierer auf Medaillenkurs

ÖSV-Team liegt nach dem Springen auf dem dritten Platz - auch Gold möglich

Mario Stecher, Nordische Kombination © Bild: Getty/Pallot

Nach Silber im Einzelbewerb durch Mario Stecher könnten Österreichs Nordische Kombinierer bei den Weltmeisterschaften im Val di Fiemme auch im zweiten Bewerb am Sonntag für eine Medaille sorgen. Das Quartett Willi Denifl, Bernhard Gruber, WM-Debütant Lukas Klapfer und Stecher liegt nach dem Sprung in Predazzo an aussichtsreicher dritter Stelle, 25 Sekunden hinter Leader Japan und drei hinter Frankreich.

Allerdings droht nach dem von Wind stark beeinträchtigten Sprung - in der dritten Nationen-Gruppe war für etwa 30 Minuten unterbrochen worden und danach ein Re-Start dieser Gruppe erfolgt - auch Gefahr von hinten: Norwegen mit 50 Sekunden Rückstand auf Japan, die USA mit 1:02 Minuten und Deutschland mit 1:14 sind alle noch in Schlagdistanz auf Podiumsplätze.

Mit seinem 91,5-m-Satz (gegenüber 106 bei seinem Silbergewinn) war Stecher freilich nicht so zufrieden. "Sicherlich war mein Sprung nicht das gleiche, aber wenn man nicht gar so viele Sprünge hat, fehlt die Konstanz und heute war es schon wesentlich schwieriger zu springen." Große Unterschiede machten die Athleten auch ein wenig vom Glück abhängig. "Aber ich glaube, wir sind ganz gut durchgekommen und jetzt haben wir eine recht gute Ausgangsposition."

Alles ist möglich

Stecher rechnet sich für sein Team "Chancen auf die Medaillen" aus. Auf jede Farbe der Medaille? "Das ist definitiv so."

Gruber, der normalerweise für die größten Weiten im Team "zuständig" ist, landete bei 92,5 m, dafür hatte Start-Springer Denifl mit einem 101,5-m-Satz für einen tollen Start der ÖSV-Asse gesorgt. "Das war wirklich ein sehr guter Sprung. Mit dem Wind braucht man - wie man bei den Deutschen gesehen hat -, auch ein bisserl ein Glück. Es ist gut für die ganze Mannschaft, die das oben mitkriegt, wenn der Erste unten und gleich vorne dabei ist", freute sich Denifl.

Gruber ist sein Sprung eigentlich ganz gut vorgekommen. "Ich habe wenig Druck unter den Ski gespürt. Man hat gesehen, die Athleten hinten haben generell Probleme gehabt. Wir sind hier auf knapp 1.000 Meter, da spürt man jeden Luftzug, der von vorne oder hinten kommt."

Für die Deutschen, die auf das erste Kombi-Team-Gold seit 26 Jahren hoffen, waren die Ambitionen zunächst arg gedämpft worden. Björn Kircheisen landete nur bei 83 m und hatte schon 50 Sekunden Rückstand im Zwischenklassement aufgerissen, doch am Ende ist der Rückstand für das Quartett um Weltcup-Leader Eric Frenzel nicht zu groß geworden. "Ich hätte mir von der Jury ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl bei einer WM erwartet", meinte ein verärgerter Kircheisen im Auslauf.

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