Nordische Kombination: Unsere Olympia-
sieger holten im Windkanal letzten Schliff

Neues Trainerteam soll legendäres Duo ersetzen Felix Gottwald geht ein letztes Mal auf die Loipe

Mit einem neuen Trainerteam und einigen Hoffnungen, die so erfolgreiche Olympia-Saison auch im kommenden WM-Winter wiederholen zu können, haben die Nordischen Kombinierer des ÖSV im größten Klima-Wind-Kanal der Welt in Wien 21 getestet. Die Vorbereitungen auf die Ende November in Kuusamo (FIN) beginnende Weltcup-Saison laufen auf Hochtouren, Anfang November will die Truppe von Neo-Cheftrainer Alexander Diess erstmals auf Schnee trainieren.

"Ich bin ja relativ kurzfristig in diesen Job reingesprungen, aber es hat sich alles sehr, sehr gut entwickelt", meinte Diess. Gemeinsam mit dem neuen Co-Trainer Christoph Eugen, der dem Team schon in den vergangenen Jahren als Langlauf-Experte zur Seite gestanden ist, hat er das schwere Erbe des so erfolgreichen Trainer-Duos Günther Chromecek/Andy Felder übernommen.

"Natürlich wird sehr viel erwartet, aber ich blicke dem Ganzen optimistisch entgegen. Ich glaube, dass wir an den erfolgreichen Weg von vorher nahtlos anknüpfen können. Die Athleten haben mich auch sehr offen angenommen", berichtete Diess.

Gottwalds letzte Saison
Besonders froh sind er und natürlich auch der Nordische Direktor für Nordische Kombination und Skispringen, Toni Innauer, über die Entscheidung von Doppel-Olympiasieger Felix Gottwald, noch eine Saison anzuhängen. "Das ist sehr wichtig für die Mannschaft. Für die anderen Athleten geht es natürlich auch darum, sich im Schatten und an der Seite von Felix eine Position im Weltcup zu erkämpfen", sagte Innauer, der sich nicht hundertprozentig auf den Saisonhöhepunkt im windanfälligen Sapporo (Nordische WM) konzentrieren will. "Natürlich wollen wir dort ein, zwei Medaillen machen, aber es kann dort sehr turbulent zugehen."

Für Gottwald dient seine letzte Saison freilich keinesfalls nur zum Ausklingen. "Nein, ich möchte es noch einmal wissen. Der Gesamt-Weltcup ist für mich wieder ein Thema. Es wird sich im Verlauf der Saison zeigen, ob für die WM in Sapporo eine spezielle Vorbereitung nötig ist, oder ob ich den Weltcup und die WM unter einen Hut bringen kann", sagte der Salzburger. Der sechsfache Olympia-Medaillengewinner freut sich jedenfalls "riesig" auf die bevorstehende, letzte Saison. "Ich möchte einen schönen Abschluss machen."

Trainereffekt bei Stecher, Bieler und Gruber
Auch die weiteren Mannschafts-Olympiasieger Michael Gruber, Christoph Bieler und Mario Stecher sind mit der bisherigen Saisonvorbereitung hochzufrieden. "Ich habe den Sommer-Grand-Prix gewinnen und meine Sprungleistung stetig steigern können und habe schon mein Topniveau erreicht", frohlockte beispielsweise "Bieles". Stecher hat sehr intensiv an seiner Langlaufleistung gearbeitet. "Das neue Trainerteam ist mir da sehr gut entgegen gekommen, auch bei mir als arriviertem Athleten haben wir da noch etwas rauskitzeln können", erklärte der Steirer.

Schon im Hinblick auf die Zukunft neu in der Trainingsgruppe 1 sind Marco Pichlmayr und Bernhard Gruber, außerdem wurde auch der Physiotherapeut Günther Peter verpflichtet.

(apa/red)