Nordische Kombination von

Gruber ist der neue Leitwolf

Generationenwechsel im Team nach Rücktritten von Stecher und Bieler vollzogen

Bernhard Gruber © Bild: APA/EXPA/JFK

Nach dem Rücktritt von Mario Stecher und Christoph Bieler ist der Generationenwechsel im rot-weiß-roten Team der Nordischen Kombinierer vollzogen. Der regierende Weltmeister von der Großschanze, Bernhard Gruber, ist nun endgültig zur Leitfigur der Truppe von Christoph Eugen geworden. Mit Wilhelm Denifl (34) ist nur noch ein älterer Athlet im ÖSV-Team.

Gruber, der am 12. August auch schon seinen 33. Geburtstag feiert, hat jedenfalls noch einiges vor und bezeichnet sich im Gespräch mit der APA als bereit, die Führungsrolle in der Mannschaft zu übernehmen. "Ich habe schon ein bisserl Wehmut, dass Mario und Bieles aufgehört haben, weil sie doch über Jahre die Leitfiguren im Team waren", erklärte der Salzburger. Man habe sich an ihnen immer wieder orientieren können. "Bieles war einer der besten Springer im Weltcup-Zirkus, Mario war einer der besten Läufer."

Nun ist Bieler sozusagen im fliegenden Wechsel vom Sportler zum Betreuer geworden. "Das passt ganz gut, ich bin mit ihm immer gut zurechtgekommen. Er weiß genau, wovon er redet, ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm", sagte Gruber im Hinblick auf Neo-Sprungtrainer Bieler, der Falko Krismayr ablöst. Und auch mit dem nunmehrigen Langlauf-Trainer Jochen Strobl "haben wir einen guten Mann an unserer Seite", erinnert Gruber daran, dass Strobl auch Coach des italienischen Topläufers Alessandro Pittin war. "Da können wir uns einiges erwarten, die Konstellation ist schon recht gut."

Heim-WM 2019 im Visier

Bis zur Heim-WM 2019 in Seefeld möchte Gruber, Gesundheit vorausgesetzt, auf jeden Fall weitermachen. Und nun selbst den Jungen mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Es ist jetzt eine Art Generationenwechsel. Früher haben Mario, Felix und Bieles uns Athleten die Tricks gelehrt. Jetzt kommen wieder Junge nach und wir schlüpfen in die Rolle, den jungen Athleten Tipps zu geben und sie in die richtigen Bahnen zu leiten. Ich bin bereit dafür und freue mich auf die neue Formation des Teams."

Der Weltmeister-Titel vom großen Bakken in Falun war für Gruber eine Befreiung. "Da läuft mir jetzt noch die Ganslhaut runter. Der Titel hat mir auch eine gewisse Lockerheit gegeben. Nichtsdestotrotz, ich bin ein Kämpfer und Arbeiter und bin schon wieder ein bisserl am Trainieren." In Sportgastein nützt er den noch vorhandenen Schnee für Langlauf-Einheiten. "Ich werde jetzt die Jahre noch clever investieren, dass ich noch gute Leistungen bringe, aber eben auch mit Köpfchen. Was ich von Mario und Bieles gelernt habe, werde ich weiterführen und hoffentlich noch ein paar lässige Jahre haben."

Lust am Sport nach wie vor da

Die Lust am Sport sei jedenfalls mit den Jahren nicht verklungen. Im Gegenteil. "Ich bin einfach richtig verschossen in unsere Sportart, das taugt mir irrsinnig, auch was ich in den letzten Jahren gelernt habe." Belohnen will er sich nicht sonderlich für den Weltmeister-Titel, etwa mit einem besonderen Urlaub. "Ich bin schon sehr viel belohnt worden. Ich habe einen lässigen Verstärker geschenkt bekommen von der Marktgemeinde Bad Hofgastein", freut sich Gruber, dessen zweite große Leidenschaft die Musik ist.

Um den ÖSV-Nachwuchs macht sich Gruber keine Sorgen. Mit Philipp Orter oder Mario Seidl sieht er u.a. zwei große Talente. "Wir haben viele Junge, die nachschieben und mir das Leben schwer machen können."

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